News

Forscher warnen: Herdenimmunität ohne Impfung wäre "unethisch"

In einer Stellungnahme der "Gesellschaft für Virologie (GfV)" warnen deutsche Forscher, dass eine Herdenimmunität ohne Impfungen höchst riskant wäre. Vor allem ältere Menschen und Risikogruppen wären gefährdet.

  • Drucken
Herdenimmunität Forscher Coronavirus
PeopleImages / iStock

Immer mehr Menschen protestieren gegen die Maskenpflicht und Corona-Maßnahmen der Regierung. Experten wie der Berliner Virologe Christian Drosten warnen aber gleichzeitig vor einer Aufhebung der Corona-Beschränkungen. Dies würde vor allem ältere Menschen und Risikogruppen gefährden.

Mehr dazu: 49% der Österreicher würden sich gegen Corona impfen lassen

Hohe Todeszahlen durch unkontrollierte Durchseuchung

"Mit Sorge nehmen wir zur Kenntnis, dass erneut die Stimmen erstarken, die als Strategie der Pandemiebekämpfung auf die natürliche Durchseuchung großer Bevölkerungsteile mit dem Ziel der Herdenimmunität setzen", heißt es in der Stellungnahme der "Gesellschaft für Virologie (GfV)"Unter Herdenimmunität versteht man, dass ein großer Teil der Bevölkerung nach einer Infektion oder Impfung immun geworden ist. Dadurch kann sich das Virus nicht mehr so gut verbreiten.

Doch die unkontrollierte Durchseuchung würde zu einer Zunahme der Todesopfer führen. Denn selbst bei einer strengen Isolation älterer Menschen gäbe es noch weitere Risikogruppen, die zu zahlreich, zu heterogen und unerkannt seien, um sie aktiv abzuschirmen. "Ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf ergibt sich beispielsweise bei Übergewicht, Diabetes, Krebserkrankungen, einer Niereninsuffizienz, chronischen Lungenerkrankungen, Lebererkrankungen, Schlaganfall, nach Transplantationen und während einer Schwangerschaft", schreiben die Experten weiter.

Mehr dazu: Studie in Ischgl: 42 Prozent haben Corona-Antikörper

Herdenimmunität ohne Impfung ist unethisch

Die Wissenschafter sind sich noch unsicher, wie lange eine durch eine Infektion erworbene Immunität anhält. Ein Anstreben der Herdenimmunität ohne Impfung sei nicht nur unethisch, sondern auch medizinisch, gesellschaftlich und ökonomisch viel zu riskant. Das Paper bezieht sich auf die "Great-Barrington-Erklärung", die von drei Forschern aus den USA und Großbritannien verfasst wurde. Diese wurde schon von 100.000 Menschen unterzeichnet.

"Der einfühlsamste Ansatz, bei dem Risiko und Nutzen des Erreichens einer Herdenimmunität gegeneinander abgewogen werden, besteht darin, denjenigen, die ein minimales Sterberisiko haben, ein normales Leben zu ermöglichen, damit sie durch natürliche Infektion eine Immunität gegen das Virus aufbauen können, während diejenigen, die am stärksten gefährdet sind, besser geschützt werden", heißt es in der "GBE"-Erklärung.

Mehr dazu: Chemikerin warnt: Die Corona-Krise geht jetzt erst richtig los!

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.