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Zu viel CO2: Sind Mundschutzmasken für Kinder gefährlich?

Zahlreiche Beiträge auf Facebook, Instagram & Co warnen davor, dass Mundschutzmasken gefährlich für Kinder sind. Doch stimmt das wirklich?

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Kinder Atemschutzmaske
Gargonia / iStock

Immer häufiger tauchen in den sozialen Medien Schockbeiträge auf, die Eltern davor warnen, ihren Kindern Mundschutzmasken aufzusetzen. Dies sei laut mancher Kettenbriefe auf Facebook, WhatsApp & Co zu gefährlich für die Kleinsten, denn unter der Maske sammle sich zu viel Kohlenstoffdioxid (Co2) an, welches die Kinder wieder einatmen würden. Das könne im schlimmsten Fall sogar zu einer Atemlähmung führen. Doch stimmt das wirklich und sollten Kindern auf Atemschutzmasken verzichten?

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Atemstillstand durch Co2-Ausstoß?

In den Beiträgen wird vor "gefährlichen eingeatmeten Keimen" und einer verminderten Sauerstoffversorgung gewarnt. Zudem sollen Kinder unter sechs Jahre gar keine Maske tragen, da sie den eigenen Co2-Ausstoß unter der Maske "nicht kontrollieren können". Wird zu viel des Kohlenstoffdioxids eingeatmet, kann das angeblich zu einem Atemstillstand führen.

  • Wie der Verein zur Aufklärung über Internetbetrug Mimikama berichtet, stimmt es zwar, dass die CO2-Aufnahme während der Tragzeit etwas erhöht ist, aber sich keine "Feuchtigkeit in der Lunge sammelt", wie die Social-Media-Berichte spekulieren.
  • Grund dafür ist, dass das Kohlenmonoxid nicht durch die Maske "aufgehalten" wird. Es staut sich also nicht an sondern entweicht aus der Maske.
  • Würde zudem die CO2-Sättigung im Körper drastisch ansteigen, würde das zu einer Atemnot führen und spätestens dann würde man die Maske abnehmen.

"Nur wenn die Maske komplett dicht wäre, hätte man irgendwann ein Problem mit dem abgeatmeten CO2", erklärt der Kinderarzt Guido Kuhmann gegenüber der Kölnische RundschauZeitung. "Man muss sich einfach an das Tragen gewöhnen, das ist ja nicht besonders angenehm."

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Keine FFP2- und FFP3-Masken für Kinder

Doch was sollten wir bei Kindern, die Atemschutzmasken tragen, beachten? Der deutsche Kinder- und Jugendarzt Erwin Ackermann rät von festsitzenden FFP2- und FFP3-Masken ab: "Mit einer solchen Maske, die vielleicht auch noch eng ansitzt, atmet ein Kleinkind angestrengt. Diese Masken sind aber auch für medizinisches Personal vorgesehen. Der Normalbürger trägt eine Stoffmaske." Wichtig: Atemschutzmasken sollten im täglichen Gebrauch eng anliegen, uns dabei jedoch nicht die Luft abschnüren.

Würden die Schockberichte über Atemschutzmasken stimmen, dann würden Ärzte, Krankenschwestern & Co während ihrer Arbeit ständig ohnmächtig werden, wie Mimikama zusammenfasst. Sie tragen die Masken meist stundenlang bei Operationen. Würden sie dadurch vermehrt Keime einatmen oder zu viel Feuchtigkeit in die Lunge gelangen, dann hätten wir schon lange vor der Corona-Krise ein Problem mit Mundschutzmasken gehabt.

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