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Coronavirus: Soziale Meiden müssen strenger gegen Fake News vorgehen

Ärzte appellieren in einem offenen Brief an die großen Social-Media-Konzerne, den Kampf gegen Fake News rund um das Coronavirus einzudämmen.

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Social Media Fake News
alexsl / iStock

Seit Beginn der Corona-Krise kursieren auf Facebook, Twitter und Google immer mehr Fake News und Verschwörungstheorien. Ärzte aus aller Welt appellieren in einem offenen Brief an die Online-Plattformen, strenger gegen die Falschinformationen vorzugehen. Der Brief wurde auf der Website des Kampagnen-Netzwerk Avaaz veröffentlicht.

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"Infodemie" schlimmer als Pandemie?

Die Mediziner fordern, dass die großen Social-Media-Konzerne wie Facebook, Google und Twitter strenger gegen falsche Informationen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus auf ihren Plattformen vorgehen. Die bisherigen Maßnahmen gingen nicht weit genug, kritisieren sie in dem veröffentlichten Schreiben. So hätte man es zurzeit nicht nur mit einer Pandemie zu tun, sondern auch mit einer weltweiten "Infodemie". Also der Verbreitung von Fehlinformationen, die Menschenleben gefährdeten. Die meisten davon würden sich laut den Medizinern schneller verbreiten als das Virus selbst.

So würden Berichte, die Kokain als Heilmittel betiteln oder Spekulationen, dass China oder die USA SARS-CoV-2 als Waffe entwickelt hätten, online kursieren. "Die Flutwelle an falschen und irreführenden Inhalten über das Coronavirus ist kein isolierter Ausbruch von Desinformation, sondern Teil eines globalen Problems", schreiben die Experten.

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Ärzte verlangen mehr Einsatz seitens Social Media

Die Ärzte wünschen sich vor allem, dass soziale Medien eine Richtigstellung auf ihren Plattformen veröffentlichen: "Das bedeutet, dass jede einzelne Person, die auf ihren Plattformen mit Gesundheits-Fehlinformationen in Berührung gekommen ist, gewarnt und benachrichtigt wird, und dass eine gut konzipierte und unabhängig überprüfte Korrektur angezeigt wird."

Den Brief hat unter anderem auch der deutsche Star-Virologe Christian Drosten unterzeichnet, der besonders während der Corona-Krise mit Pressegesprächen und einem Podcast für Aufklärung sorgt. Die zweite Forderung ist, dass die Online-Plattformen ihre Empfehlungs-Algorithmen anpassen, um die Verbreitung falscher Informationen einzudämmen. So müssten Facebook, Twitter & Co verhindern, dass Inhalte mit irreführenden Behauptungen noch mehr Leuten angezeigt werden.

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Lasche Maßnahmen von Facebook

Avaaz entdeckte während einer Analyse von Facebook-Beiträgen, dass trotz Maßnahmen des Netzwerks viele falsche Informationen ohne Warnhinweis weiterhin online abrufbar waren. Facebook benachrichtigt die Nutzer inzwischen, wenn sie mit gefährlichen Falschinformationen rund um das Coronavirus interagiert haben. Das betrifft vor allem gelöschte Beiträge, die Schaden anrichten könnten. Facebook zeigt den Usern jedoch nicht an, welche falschen Informationen den Hinweis ausgelöst haben. (dpa/red)

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