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Antibiotika im Fleisch: Sind wir mit "Bio" auf der sicheren Seite?

Bringt uns der Fleischgenuss in die gesundheitliche Bredouille?

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Antibiotika im Fleisch
Lisovskaya / iStock

Meldungen von Antibiotikaresistenzen machen die Runde – 33.000 Menschen sterben jährlich, weil es kein wirksames Antibiotikum für sie gibt. Da keimt gleichzeitig auch der Gedanke auf, dass Antibiotika-Rückstände im Fleisch zu den Resistenzen beitragen könnten. Ist es überhaupt möglich, dass Konsumenten beim Fleischgenuss Antibiotika aufnehmen?

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Engmaschige Kontrollen

In der EU durchlaufen Tierhaltung, Schlachthöfe und Lebensmittelhandel umfangreiche Kontrollen, die zur Qualitätssicherung beitragen sollen. Erkrankt ein Tier und erhält es Antibiotika, muss eine entsprechende Zeitspanne vergehen, bis es geschlachtet werden darf. Wird dieser Zeitraum eingehalten, sind auch keine Rückstände mehr vorhanden, die der Mensch beim Verzehr aufnehmen könnte.

Dass diese Frist eingehalten wird, stellen engmaschige und EU-weite Kontrollen und beträchtliche Konsequenzen sicher. In Österreich ist der Nationale Rückstandskontrollplan (NRKP) dafür zuständig.

Die Agentur für Ernährungssicherheit (Ages) veröffentlicht in der zusammenfassenden Beurteilung des Rückstandskontrollplans aus dem Jahr 2017 folgende Stellungnahme: Es "(…) kann davon ausgegangen werden, dass im Normalfall für die Konsumenten keine Gesundheitsgefährdung von dem mit Rückständen von Tierarzneimitteln belasteten Proben ausgeht." Weiter heißt es jedoch auch: "Ein mögliches Verbraucherrisiko kann besonders für verbotene oder nicht zugelassene Substanzen nicht ausgeschlossen werden."

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Mit Bio auf Nummer sicher?

Fleischesser, die auf Qualität und artgerechte Tierhaltung achten, wähnen sich oft auf der sicheren Seite und sind der Meinung, dass Tiere aus biologischer Landwirtschaft keine Antibiotika erhalten. Das ist ein Irrglaube. Auch diese Tiere erkranken und benötigen im Notfall eine medikamentöse Behandlung, jedoch gelten für sie strengere Vorgaben. Zum Beispiel:

  • Krankheiten müssen in erster Linie mit pflanzlichen Mitteln behandelt werden.
  • Antibiotika und chemisch-synthetische Medikamente dürfen nur im Notfall, bei Erkrankung und nicht zur Prävention verabreicht werden.
  • Tiere, die mehr als dreimal pro Jahr Antibiotika erhalten, dürfen nicht mehr mit dem Bio-Siegel verkauft werden.

Hygiene, Sauberkeit und artgerechte Haltung im Stall haben oberste Priorität, um Krankheiten, Seuchen und Infektionen vorzubeugen. Dies ist auch in der Massentierhaltung ein wesentlicher Faktor, um wirksam gegen multiresistente Erreger vorgehen zu können. Achten Sie daher beim Fleischkauf auf Qualität, auch wenn es mehr kostet.

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