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Brustkrebs: Eher überleben dank höherer Muskelmasse

Eine aktuelle Studie kam zum Ergebnis, dass Frauen mit reduzierter Muskelmasse eine geringere Überlebensrate bei Brustkrebs haben.

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Muskeln gegen Brustkrebs
PJPhoto69 / iStock

Immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass körperliche Fitness unglaublich viel zu unserer Gesundheit beiträgt. Bewegung beugt Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Übergewicht oder Diabetes vor, ist gut fürs Gehirn, wirkt gegen Depressionen und senkt letztendlich auch das Krebsrisiko.

Eine gewisse Grundfitness dürfte überdies darauf Einfluss nehmen, wie erfolgreich sich der Körper gegen Krebszellen wehren kann. Eine Studie mit Brustkrebspatientinnen brachte Erstaunliches zutage. Die originale Langfassung der Arbeit finden Sie hier.

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Muskeln für bessere Überlebenschancen

Die Studie im Überblick:

  • Die Forscher analysierten die Daten von 3.241 Frauen, die zwischen 2000 und 2013 an Brustkrebs erkrankten.
  • Von allen Patientinnen lagen Ergebnisse einer Computertomographie (CT) des Oberkörpers vor, die Rückschlüsse auf den Muskel- und Fettanteil zuließen.
  • Die Wissenschafter konnten auf diese Weise erkennen, ob die Frauen Sarkopenie (alterstypischer Muskelschwund) hatten. Mögliche Ursachen dafür finden Sie hier.
  • Fett unterscheidet sich im CT von Muskeln anhand einer dunkleren Färbung.
  • Im Schnitt wurden die Frauen über einen Zeitraum von 6 Jahren begleitet.

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Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Weniger Muskel- und mehr Fettmasse wirkten sich negativ auf die Überlebensrate bei Brustkrebs aus.
  • Ein Drittel der Patientinnen (34%) zeigte im CT Anzeichen einer Sarkopenie.
  • Von diesen Frauen hatten 41% eine höhere Wahrscheinlichkeit, an der Tumorerkrankung zu sterben, als jene mit gesundem Muskelanteil.
  • Die Frauen aus dem Drittel mit dem höchsten Fettanteil hatten ein um 35% erhöhtes Risiko zu sterben als die Patientinnen aus dem untersten Drittel.
  • Die Betroffenen mit Sarkopenie und erhöhter Fettmasse wiesen eine 89-prozentige Sterbewahrscheinlichkeit auf.

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Probleme mit den Studienergebnissen

Wie sehr viele solcher Studien, ist auch diese mit Vorsicht zu genießen. Denn ein eindeutiger Zusammenhang kann durch die gewählte Methode nicht festgestellt werden. Bei den Resultaten handelt es sich vielmehr um Korrelationen zwischen weniger Muskeln und einer höheren Wahrscheinlichkeit für den Krebstod.

Die Gründe für den Muskelschwund könnten überdies am Tumor selbst liegen: Denn aggressive Krebsformen führen nicht selten zu einem Verlust von Muskeln sowie auch eher zum Tod. Die Frauen mit höherem Muskelanteil könnten außerdem generell einen gesünderen Lebensstil gepflegt haben, der ihnen letztendlich mehr Kraft im Kampf gegen den Krebs gegeben hat.

Trotz dieser gewissen Auswahl an Interpretationsmöglichkeiten kann Bewegung, insbesondere Krafttraining, als wichtige Maßnahme für ein langes Leben und als Schutz vor und bei Krankheiten genannt werden.

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