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Demenz: Früherkennung mit Bildern von Hunden und Katzen?

Eine Untersuchung prüfte die Fitness des Gehirns von Parkinson-Patienten anhand von verzerrten Hunde- und Katzenbildern zur Früherkennung von Demenz.

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Bild Katze zur Früherkennung Demenz
:jkitan / iStock

Bei verzerrten Bildern muss jeder von uns ein wenig genauer hinsehen. Ein gutes Beispiel dafür sind die computergestützten Sicherheitschecks, bei denen verzerrte Buchstaben in ein Feld getippt werden müssen. Menschen mit Demenz tun sich mit solchen Aufgaben noch viel schwerer als Gesunde.

In einer Studie sollten Parkinsonkranke Katzen- von Hundebildern unterscheiden, die zuvor verzerrt wurden. Je schlechter das klappt, desto wahrscheinlicher ist eine beginnende Demenz.

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Veränderungen im Gehirn

Parkinson hat Demenz häufig als Begleiterscheinung, insbesondere, wenn das Sehzentrum im Gehirn betroffen ist:

  • Status quo: Die Hälfte aller Parkinsonpatienten wird innerhalb von 10 Jahren dement.
  • Problem: Bisher kann das Risiko für die Demenz bei Parkinson nicht vorausgesagt werden.
  • Manko: Die bestehenden Tests für Demenz sind nicht empfindlich genug.
  • Aufgabe: Welcher Test schafft es, frühe Anzeichen von Demenz aufzuspüren?

Hund oder Katze?

Forscher aus London veröffentlichten eine Studie, die einen neuen Test zur Früherkennung von Demenz prüfte. In einem ersten Versuch ließen die Wissenschafter 20 Patienten mit Parkinson zum Test antreten. Sie waren weder dement, noch hatten sie Probleme mit den Augen.

Der Test lief so ab:

  • Katzen- und Hundebilder wurden in 11 verschiedenen Stufen verzerrt.
  • Zusätzlich wurden die Bilder mit einem Rauschen (wie beim Fernseher) überlagert.
  • 280 Millisekunden schauten die Probanden auf das jeweilige Foto.
  • Dann mussten sie entweder eine Taste für "Hund" oder für "Katze" drücken.

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Eine halbe Stunde mit verzerrten Tieren

Insgesamt wurden die Teilnehmer im Laufe einer halben Stunde mit 400 Bildern in 4 Durchgängen konfrontiert. Für jede Person wurde festgelegt, wie hoch die Stufe der Verzerrung höchstens sein durfte, damit 75 Prozent der Bilder richtig zugeordnet wurden. Die Parkinson-Kranken vertauschten Katzen und Hunde bereits ab einer Verzerrung von 1,92 häufiger, während die Kontrollgruppe (gesunde Menschen) die Tiere bis zu einer Verzerrung von 2,48 ohne Probleme auseinanderhalten konnten.

Der Test fiel umso schlechter aus:

Die Ergebnisse zeigten, dass die Fähigkeit zur Erkennung der Bilder mit der Sprech- und der Denkfähigkeit der Probanden zusammenhängt. Die derzeit verfügbaren Wahrnehmungstests zur Diagnose einer beginnenden Demenz bei Parkinson zeigten im Vergleich noch keine Unterschiede zwischen Patienten und Kontrollgruppe. Antwortgeschwindigkeit und allgemeine Sehkraft waren bei Kranken und Gesunden gleich.

Bei der Untersuchung handelt es sich um eine Pilotstudie. Bis eine derartige Methode an jedem Patienten zum Einsatz kommen kann, müssen noch eine Menge Tests stattfinden.

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