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Die 5 gängigsten Mythen zu Gelenkschmerzen

Gelenkschmerzen betreffen etwa 50 Prozent aller Erwachsenen. Zu Entstehung, Diagnose und Behandlung der Probleme mit Knie, Hüfte und Co. schwirren eine Menge Irrtümer herum.

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Mythen & Fakten rund um Gelenkschmerzen
spukkato / iStock

Gelenkschmerzen sind oft unangenehm und können vor allem Sportler stark belasten. Orthopäde Dr. Max Böhler klärt über die wichtigsten Fakten und Mythen auf.

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Gelenkschmerzen durch Schädigungen des Gelenks?

Die allgemeine Annahme, dass ein schmerzendes Gelenk auch automatisch beschädigt ist, stimmt so nicht. Bei akutem Schmerz kann auch eine Gelenkentzündung vorliegen, ohne dass das Gelenk dauerhaft geschädigt bleibt.

"Es kann bei solchen Fällen zum Beispiel auch ein Hüftschnupfen sein, der den Schmerz verursacht. Dieser tritt plötzlich auf und verschwindet gewöhnlich innerhalb von 5 bis 14 Tagen wieder. Trotzdem sollte man für Gewissheit einen Arzt aufsuchen und die Herkunft und Behandlung der Schmerzen abklären", empfiehlt Dr. Böhler.

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Sport macht die Gelenke kaputt

Viele Menschen glauben, dass zu viel Sport zur Überlastung und Abnutzung der Gelenke und somit zu Schmerzen führt. Diese Annahme ist falsch, denn Knorpel brauchen Bewegung für die Aufrechterhaltung ihrer Funktion. Nur durch regelmäßige Belastung sind sie dazu in der Lage, nötige Nährstoffe aufzunehmen.

  • Sport ist nur dann gelenkschädigend, wenn der falsche Sport oder ungeeignete Sportgeräte verwendet werden.
  • Schlechte Schuhe und die falsche Ausführung von Übungen an den Geräten können die Gelenke zum Beispiel über Gebühr beanspruchen.

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Bei Gelenkerkrankungen helfen Salben

Wenn jemand über Schmerzen an den Gelenken klagt, zücken viele sofort eine Schmerzsalbe und glauben, das Problem durch die lokale Anwendung beheben zu können. So einfach funktioniert das leider nicht. Zwar können Symptome wie Schwellungen ein wenig zurückgehen, eine Gelenkerkrankung kann auf diese Weise aber nicht geheilt werden.

Liegt eine Gelenkerkrankung vor, muss mit einem Arzt eine passende Behandlung besprochen werden, anstatt sich auf irgendwelche "Wundersalben" zu verlassen.

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Je schlimmer der Schaden, desto mehr Schmerzen

"Häufig wird davon ausgegangen, dass die Intensität von Gelenkschmerzen unmittelbar vom Gelenkschaden abhängt, das stimmt aber nicht immer", erklärt Dr. Böhler. Tatsächlich kommt es vor, dass Patienten mit weit fortgeschrittenen Gelenkerkrankungen kaum Schmerz verspüren, während andere starke Schmerzen trotz eines intaktem Gelenks haben.

Auch hängen Schmerzen in den Gelenken oft mit anderen Faktoren als einem Gelenkschaden zusammen. Mentaler Stress und Fehlbelastungen können zum Beispiel eine Rolle spielen.

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Im Alter bekommt jeder Gelenkschmerzen

Zwar nehmen Beschwerden an Knien, Hüfte und anderen Gelenken im Alter zu, dennoch sind solche Probleme nicht nur eine Frage des Alters. Für die Stärke der Schmerzen bei Arthrose spielen zusätzliche Faktoren wie Übergewicht, Verletzungen und Geschlecht eine Rolle. Dr. Böhler weiß: "Selbst Hormone können Gelenkschmerzen beeinflussen. Nach einer Brustkrebsbehandlung wird zum Beispiel Östrogen blockiert, was zu Entzündungen in den Gelenken führen kann."

Alle 5 Mythen nochmal im Überblick:

Mythos Wahrheit
Gelenkschmerzen treten bei einem kaputten Gelenk auf Nein, es kann  auch eine Entzündung vorliegen, die keine dauerhaften Schäden zurücklässt
Zu viel Sport schadet den Gelenken Nein, nur bei Fehlbelastung und falscher Ausrüstung (z.B. Schuhen) nehmen Gelenke Schaden durch Bewegung
Salben heilen Gelenkschäden Nein, dadurch geht höchstens die Schwellung zurück
Starke Schmerzen sprechen für großen Schaden Nein, oft bleiben total zerstörte Gelenke sogar schmerzfrei
Gelenkschmerzen sind Alterssache Nein, viele andere Faktoren spielen ebenso mit

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