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Grippe kann das Gehirn längerfristig schädigen

Eine deutsche Forschergruppe entdeckte, dass das Gehirn selbst nach dem Ausheilen einer Grippe langfristig beeinträchtigt werden kann.

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Grippeerkrankungen können das Gehirn längerfristig schädigen.
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Die Grippe hat Europa heuer mit großer Wucht überrollt. Die Lage beruhigt sich zwar langsam wieder, die Folgen einer Infektion könnten aber länger bestehen bleiben als angenommen. Zumindest wenn man einer Studie Glauben schenkt, die sich mit den neurologischen Nachwirkungen der Influenza beschäftigte.

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Gehirn reagiert auf die Viren

Die Wissenschafter der Technischen Universität Braunschweig veröffentlichten die Studienergebnisse im Fachblatt Journal of Neuroscience. Für das Experiment untersuchten sie Mäuse, die zuvor mit verschiedenen Virentypen der Influenza A (H1N1, H3N2, H7N7) infiziert wurden. Der Fokus lag auf der Veränderung des Erinnerungsvermögens und der Gehirnstruktur der Tiere.

  • Dass das Gehirn bei einer Influenza in Mitleidenschaft gezogen wird, ist prinzipiell nicht neu. Das Denken fällt Erkrankten schwer, man ist verwirrt und hat Probleme, sich zu konzentrieren.
  • Diese Einschränkungen verschwinden aus subjektiver Sicht aber, wenn die Krankheit ausgeheilt ist. Was nach der Grippe mit dem Gehirn passiert, wurde bisher kaum erforscht.
  • Virusinfektionen stehen sogar unter Verdacht, diese neurologischen Probleme mitzuverursachen oder Alzheimer und Depressionen zu fördern.
  • Gerade alte Menschen zeigen sich auch nach überstandener Influenza noch desorientiert.

Aber was passiert mit dem Gehirn unter Angriff der Viren?

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Eindeutige Ergebnisse

Die post-grippigen Mäuse, die mit H7N7 und H3N2 infiziert waren, hatten noch 30 Tage nach der Infektion mit Problemen bei Lern- und Gedächtnisaufgaben zu kämpfen.

  • An den Nervenzellen im Gehirn zeigten sich strukturelle Veränderungen, die Zahl der Synapsen war beispielsweise reduziert. 120 Tage dauerte es, bis keine Spuren der Erkrankung mehr nachweisbar waren.
  • Vom Mausmodell auf den Menschen schließend würde es hochgerechnet mehrere Jahre dauern, bis sich ein Patient von diesen Influenza-Typen vollständig erholt hat.
  • Erstaunlich: Obwohl H3N2 nicht im Gehirn wirkt, schädigte die Infektion das Organ. H1N1 hatte keine negativen Folgen auf das Gehirn.

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Kleines Gehirn, große Erkenntnis

Zusätzlich zu den Experimenten an lebenden Mäusen analysierten die Forscher einige Gehirne der toten Nager 30, 60 und 120 Tage nach der Grippe-Infektion. Die Influenza könnte dazu führen, dass sogenannte Mikrogliazellen (Immunzellen des Gehirns) überreagieren und so Nervenzellen des Gehirns schädigen.

Inwiefern die Studienergebnisse für die menschliche Gesundheit und die Behandlung der Grippe von Bedeutung sind, kann sich erst durch weitere Untersuchungen zeigen.

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