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Marillenkerne mit krebshemmender Wirkung?

Ein gefährlicher Trend verspricht, dass Marillenkerne die Krebsheilung beschleunigen können. Dabei sind diese giftiger als gedacht.

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Ein gefährlicher Trend rät dazu Marillenkerne als Krebsbehandlung einzusetzen.
Madeleine_Steinbach / iStock

Wer an Krebs erkrankt versucht alles um gegen die hartnäckige Krankheit anzukämpfen. In der Alternativmedizin ist nun ein lebensbedrohlicher Trend aufgetaucht, der empfiehlt, Aprikosenkerne zu essen.

Tipps aus Internetforen

Wer nach einem medizinischen Ratschlag sucht, wird im Internet schnell fündig. In diesem Fall erweist sich der Tipp in vielen Internetforen als gefährlich:

  • Bittere Marillenkerne sollen als Wunderwaffe gegen Krebs eingesetzt werden. Entweder gemahlen im Smoothie oder als herkömmliches Nahrungsergänzungsmittel.
  • Mediziner warnen vor den Steinobstkernen, da deren Wirkstoffe noch nicht reichlich erforscht wurden. Das Risiko für gesundheitsschädliche Nebenwirkungen ist gegeben.
  • Für eine vermeintliche krebshemmende Wirkung gibt es keine wissenschaftliche Belege, darum wird vor dem Verzehr von größeren Mengen abgeraten.

Mehr dazu: Allergietests aus dem Internet: Finger weg!

Aprikosenkerne enthalten schädliche Stoffe

Wird eine größere Menge von Marillenkernen konsumiert, werden diese in der Verdauung zu Blausäure abgebaut. Das kann für den Menschen giftig sein und in manchen Fällen sogar tödlich enden:

  • Bei einer möglichen Vergiftung kann sich diese durch Krämpfe oder Erbrechen äußern.
  • Mediziner raten davon ab, mehr als zwei bittere Aprikosenkerne pro Tag zu essen.
  • Man sollte die Kerne nicht gemahlen oder zerkaut zu sich nehmen. Das gilt auch für den einen anderen Trend, der dazu rät, geriebene Kirschstiele zu essen.
  • Auch andere Obstkerne wie Apfel- und Kirschkerne enthalten Inhaltsstoffe, die zu Blausäure abgebaut werden. Falls Sie jedoch einmal einen Kern versehentlich verschlucken, ist das kein Problem.
  • Noch besser wäre es auf den Verzehr von Marillenkernen komplett zu verzichten.
  • Kinder sollten diese auf gar keinen Fall essen.

Mehr dazu: Erhöht Milch das Risiko für Krebs?

Weitere Trends im Umlauf

Sogar gemahlene Avocadokerne werden im Internet als Superfood angepriesen. In der Medizin wurden auch hier noch nicht genug Informationen gesammelt, um gesundheitliche Risiken auszuschließen. Avocados beinhalten den Stoff Persin, der zumindest für viele Tiere giftig ist. Darum warnen Mediziner auch hier vor den unbekannten Nebenwirkungen des Ernährungstrends.

Mehr dazu: Superfood: Das alles kann die Avocado

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Doch nicht nur der Stoff an sich stellt eine Gefahr dar. Auch eine mögliche Wechselwirkung mit Medikamenten kann nicht ausgeschlossen werden:

  • Die pflanzlichen Stoffe könnten beispielsweise die Enzyme in unserem Körper blockieren und dafür sorgen, dass Medikamente langsamer abgebaut werden.
  • Eine gegenteilige Wirkung, also ein schnellerer Abbau, ist möglich.
  • Ernährungstipps aus dem Internet sind immer mit Vorsicht zu genießen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich mit seinem Arzt unterhalten.

Mehr dazu: 5 Wechselwirkungen: Essen und Medizin

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