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Welthungertag: Ein Drittel aller Nahrungsmittel werden weggeschmissen

Jährlich landen mehrere Tonnen von genießbarem Essen im Mistkübel. Ein Wegwerfverbot in Supermärkten könnte für ein internationales Umdenken sorgen.

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Ein Drittel aller österreichischer Lebensmittel werden entsorgt
Fertnig / iStock

Rund 1,3 Milliarden Tonnen der weltweit erzeugten Lebensmittel, also etwa ein Drittel, gehen jährlich entlang der Wertschöpfungskette verloren oder werden weggeworfen. Von der landwirtschaftlichen Produktion bis zu Privathaushalten wird mit Nahrungsmitteln verschwenderisch umgegangen. Besonders am 16. Oktober, dem jährlichen Welternährungs- bzw. Welthungertag, sind dies sehr beschämende Erkenntnisse, denn rund 820 Millionen Menschen hungern weltweit.

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Fehlendes Konsumwissen bei Verbrauchern

Laut dem Welthunger-Index 2019 wurden seit 2000 auf globaler Ebene zwar allmählich Fortschritte erzielt, dennoch sind viele Länder weiterhin von Hungersnot betroffen. Obwohl der globale Hunger-Wert in den letzten 19 Jahren um 31 Prozent gesunken ist, bleibt die Lebensmittelverschwendung ein konstantes Problem.

Allein in der EU werden jährlich 88 Millionen Tonnen Nahrungsmittel weggeschmissen. Die hohe "Wegwerfrate" lässt sich auf 173 Kilogramm pro Person aufteilen und erzeugt dabei 170 Millionen Tonnen CO2. 53 Prozent der Gesamtverschwendung wird durch Privathaushalte verursacht. Grund dafür ist zumal das verbreitete Unwissen unter Verbrauchern: 

  • Laut einer Infografik des europäischen Parlaments wissen 53 Prozent der Verbraucher nicht, was mit der Kennzeichnung "mindestens haltbar bis" gemeint ist. Zur Erklärung: Nach dem Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums sind Lebensmittel immer noch verzehrbar, weisen jedoch nicht mehr die höchste Qualität auf.
  • 60 Prozent der in der EU lebenden Menschen wissen nicht, was mit der Kennzeichnung "zu verbrauchen bis" gemeint ist. Das "Verbrauchsdatum" gibt das Datum an, nach dem der Verzehr des Produkts nicht mehr sicher für die Gesundheit ist.
  • Österreichische Haushalte werfen bis zu 157.000 Tonnen an (meist noch genießbaren!) angebrochenen und original verpackten Lebensmitteln weg. Meist ist neben dem fehlenden Konsumenten-Wissen auch die falsche Planung von Einkäufen und Mahlzeiten sowie die ungeeignete Lagerung oder Aufbewahrung von Lebensmitteln ein Hauptgrund für die Verschwendung.

Mehr dazu: "Wissen, was wir essen" Kampagne fordert mehr Transparenz

Was kann man gegen die Lebensmittelverschwendung tun?

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat sich zum Ziel gesetzt, die Nahrungsmittelverschwendung bis 2030 (im Vergleich zu 2016) zu halbieren. Dies soll vor allem durch eine klarere Kennzeichnung mit Mindesthaltbarkeitsdaten erfolgen. Laut dem neuen FAO-Bericht "State of Food Security and Nutrition" gehen 14 Prozent der Lebensmittel auf dem Weg von Feld bis in den Supermarkt verloren. Grund dafür könnten vor allem

  • falsche Erntezeiten,
  • schlechte Erntetechniken,
  • falsche Lagerung
  • und schlechter Transport der Lebensmittel sein.

Unter "Lebensmittelverschwendung" zählt die UN-Organisation vor allem Nahrungsmittel, die bereits im Handel zum Verkauf bereitliegen und im Müll landen. Häufig hängt dies mit einem "eitlen" Käuferverhalten zusammen, sodass beispielsweise nur Obst und Gemüse gekauft wird, das perfekt aussieht.

Eine wichtige Maßnahme um die Wegwerfrate von Lebensmitteln einzudämmen, wären Wegwerf-Verbote in Supermärkten. Laut Der Standard werden in Tschechien seit diesem Jahr unverkäufliche Nahrungsmittel an Hilfsorganisationen gespendet. Eine Online-Petition plädiert nun auf eine EU-weite Einführung dieser Vorgehensweise. Ob diese Regelung auch in Österreich in Kraft treten wird, bleibt abzuwarten.

Die FAO zeigt in einem Video, wie es zu dem Verlust und der Verschwendung von Lebensmitteln kommen kann: 

Mehr dazu: What I eat in a day: Essen wie die YouTube-Stars

Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung

Österreichische Unternehmen gegen Lebensmittelverschwendung

Projekte in Österreich und der EU gegen Lebensmittelverschwendung

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