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Narkolepsie: Endlich Ursache entdeckt!

Die "Schlafkrankheit" Narkolepsie gibt der Wissenschaft seit fast 150 Jahren ein Rätsel auf. Dieses dürfte nun gelöst sein.

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Narkoplepsie
Antonio Guillem / iStock

Müde sind wir alle. Tagesschläfrigkeit? Check! Das Gefühl, dass die Muskeln plötzlich ganz schwach werden? Check! Besonders lustige Zeitgenossen garnieren ihre Statusmeldungen oder Insta-Selfies dann gern mit "Narkolepsie #schnarch".

Was ist Narkolepsie?

Die tatsächliche Diagnose Narkolepsie hat damit natürlich nichts zu tun. Narkolepsie ist eine chronische Gehirnerkrankung, die etwa 0,05 Prozent der Bevölkerung betrifft. Es handelt sich dabei um eine Art Schlafstörung, eine sogenannte "Hypersomnie" mit plötzlichen Schlafattacken, Verlust der Muskelkontrolle oder kollapsartige Zuständen bei Emotionen. Dazu gesellen sich Halluzinationen und Schlaflähmungen.

Narkolepsie wurde 1877 entdeckt. Bekannt wurde die Krankheit einer breiteren Öffentlichkeit unter anderem durch den Gus van Sant Film "My Own Private Idaho", in dem River Phoenix einen Narkolepsie-Patienten spielt.

Wie entsteht Narkolepsie?

Ausgelöst wird Narkoepsie durch den Verlust von Wachhaltezellen im Zwischenhirn (mehr dazu weiter unten) – die genauen Ursachen sind jedoch mysteriös, daher gilt die Krankheit auch als unheilbar.

Wobei… das stimmt so nicht ganz! Die genauen Ursachen waren bislang mysteriös. Eine neue Studie der Universität Bern, die soeben in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht wurde, will nun die grundlegenden Mechanismen der Narkolepsie entschlüsselt haben: Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung!

Mehr dazu auf netdoktor.at: Was ist eine Autoimmunerkrankung?

Was steckt dahinter?

Bei Narkolepsie kommt es zu einem graduellen Verlust eines Proteins namens Hypokretin im Gehirn. Dieser Verlust entwickelt sich durch genetische Veranlagung. Soweit, so bekannt.

Forscher konnten nun zum ersten Mal beweisen, dass bei Patienten mit Narkolepsie bestimmte Zellen der Immunabwehr existieren, die Hypokretin erkennen und eine Immunantwort herbeiführen können. Diese Immunantwort führt zu Entzündungen, Nervenschäden und letztlich zur Zerstörung jener Nervenzellen, die Hypokretin produzieren.

Kann man Narkolepsie heilen?

Noch nicht. Aber dass nun die "Übeltäter" hinter der rätselhaften Krankheit identifiziert wurden, gibt tatsächlich Hoffnung auf zukünftige Heilung. Denn: Werden die auslösenden Zellen in frühen Stadien blockiert, kann man möglicherweise den neuronalen Verlust begrenzen und das Fortschreiten der Krankheit verhindern.

 

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