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Deshalb können wir uns nicht selbst kitzeln

Sind Sie sehr kitzlig? Dann haben Sie bestimmt schon probiert, sich selbst zu kitzeln und sind dabei kläglich gescheitert. Forscher entdeckten nun, warum das nicht funktioniert.

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Warum sind wir nicht in der Lage uns selber zu kitzeln?
Vagengeym_Elena / iStock

Viele Menschen regieren äußerst sensibel auf fremde Berührungen. Ein kleiner Pieks mit dem Finger unterhalb der Rippen kann zu wilden Selbstverteidigungskünsten und lautem Lachen des Gegenübers führen.

Was für viele Personen ein Spaß ist, war für andere im Mittelalter alles andere als witzig: Kitzeln wurde lange Zeit sogar als Foltermethode angewendet! Natürlich versuchen die meisten Menschen "kitzelresistent" zu werden, doch der Selbstversuch scheitert dabei oftmals.

Woran liegt es also, dass wir uns nicht selbst kitzeln können?

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Überraschungseffekt fehlt

Wissenschaftlich betrachtet gibt es zwei Unterschiedliche Arten von Kitzeln:

  • Knismesis: Die leichte Art des Kitzelns: Hierbei wird beispielsweise mit einer Feder über die Haut gefahren. Dabei muss man meistens nicht lachen.
  • Gargalesis: Die fast "schmerzhafte" Kitzelweise setzt vielen Menschen sehr zu. Durch das unkontrollierte Lachen, verkrampfen sich die Muskeln im Körper, sodass ein regelrechter Schmerz empfunden werden kann.

Wer sich an seine Kindheit zurückerinnert, hat bestimmt schon öfter einen Kitzelangriff erlebt, der unsere Nerven stark strapazierte. Der Körper begibt sich in eine Art "Verteidigungsmodus" aus Angst, dass die Attacke nochmal stattfinden könnte. Uns selbst zu kitzeln, ist hierbei jedoch unmöglich, da der "Überraschungseffekt" fehlt. Der essenzielle Unterschied ist, dass unser Gehirn die Berührungen von Fremden wesentlich anders verarbeitet.

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Fremde Berührungen aktivieren mehr Gehirnareale

Schwedische Forscher der Linköping-Universität in Schweden untersuchten dieses Thema etwas genauer. Dabei wurde die Gehirnaktivität der Probanden bei Selbst- und Fremdberührung ermittelt.

In der Untersuchung berührten die Testpersonen ihren eigenen Arm, während die Forscher einen Plastikfaden auf den anderen Arm legten. Daraufhin sollten die Probanden beantworten, was sie eher gespürt hätten: den Faden oder ihre eigene Berührung.

In der letzten Runde wurden die Daumen der Probanden mit Elektroden verbunden. Dadurch ermittelten die Wissenschafter wie das Gehirn Reizinformationen verarbeitet, wenn die Testpersonen Berührungen von einem Fremden oder sich selbst spürten.

  • Die Studienergebnisse zeigten, dass die Gehirnareale bei Fremdberührungen intensiver aktiviert wurden. Demnach priorisiert unser Gehirn eher den Körperkontakt von fremden Personen als unsere eigenen.
  • Wenn wir uns selbst berühren, ist das nie überraschend. Das Gehirn weiß also genau was auf unseren Körper zukommt, da es zuvor den Befehl an unsere Hand geschickt hat, den Arm zu berühren.

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