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Öko-Test: Vegane Burger oft mit Mineralöl & Gentechnik belastet

Das Verbrauchermagazin Öko-Test untersuchte 18 vegane Burger. Mehr als die Hälfte wies Mineralölrückstände und Gentechnik-Anteile auf.

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Öko-Test untersuchte vegane Burger
Максим Крысанов / iStock

Wer vegan lebt oder öfter auf Fleisch verzichten möchte, greift gerne auf Fleischersatzprodukte und pflanzliche Burger-Patties zurück. Immerhin schützen diese Produkte unsere Umwelt und sind gut für unsere Gesundheit. Jedoch nicht immer, wie der neue Öko-Test beweist. Das Verbrauchermagazin untersuchte 18 vegane Burger und entdeckte dabei unter anderem Mineralölrückstände und Gentechnikanteile.

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Nur 4 Burger mit "Sehr gut" bewertet

Der Markt für Fleischersatzprodukte hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Neben schmackhaften pflanzlichen Burgern werden auch immer mehr vegane "Fleischimitate" angeboten, die nicht nur wie Fleisch riechen, sondern auch so schmecken.

  • Öko-Test untersuchte im Rahmen der Studie Pflanzenburger aus Tofu, Hülsenfrüchten und Weizeneiweiß, dazu auch sieben Fleischersatzprodukte (z.B.: Beyond Meat).
  • Die Burger wurden auf Keime, Salz, Mineralölbestandteile, Glyphosat und Gentechnikspuren getestet. Zudem wurden auch der Geschmack, das Aussehen und der Geruch auf die Probe gestellt.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur vier pflanzliche Burger bekamen die Note "Sehr gut", ein weiterer Pflanzenburger und ein Fleischimitat-Burger wurden mit "gut" beurteilt. Vier Produkte fallen im Test durch, der Rest schneidet eher mittelmäßig ab. Besonders der vielseitig gelobte Beyond-Meat-Burger sowie drei weitere vegane Patties erreichen bei der Benotung nur ein "ausreichend".

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Mehr als die Hälfte mit Mineralöl belastet

In mehr als der Hälfte der 18 getesteten Burger wurden vermehrt Mineralölrückstände gefunden. In allen Fällen handelt es sich dabei um die gesättigte Kohlenwasserstoffe MOSH oder ähnliche Verbindungen.

  • Inwiefern sich MOSH auf unsere Gesundheit auswirkt, ist noch nicht ganz klar. Bekannt ist aber, dass sich die Mineralölbestandteile in der Leber und im Fettgewebe anreichern können.
  • Dass eine "saubere" und mineralölfreie Produktion möglich ist, zeigen die restlichen Burger. Diese waren gar nicht oder nur in Spuren belastet.

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Zu viel Salz & Gentechnik-Spuren

Bereits im Juli wurde der erhöhte Salzgehalt in Veggie-Produkten kritisiert. Der Salzgehalt der getesteten Burger ließ diesmal ebenfalls zu wünschen übrig: Drei Gramm Salz pro Stück wurden bei der Untersuchung festgestellt – viel zu viel, laut den Öko-Test-Experten.

  • Sechs vegane Burger wiesen Probleme mit Gentechnik auf, dies traf besonders auf fleischähnliche Produkte zu: Im Labor wurden bei den Patties geringe Anteile von gentechnisch verändertem Soja festgestellt.
  • Der Großteil der für die veganen Burger verwendeten Sojabohnen stammt aus den USA. Dort werden laut der Gentechnikplattform transgen.de zu 94 Prozent gentechnisch veränderte Sojapflanzen angebaut. Eine 100-prozentige Trennung von Gen-Soja und Nicht-Gen-Soja sei für die Produktion demnach kaum möglich.
  • Gentechnik ist inzwischen so weit verbreitet, dass sogar Soja aus gentechnikfreiem Anbau in Europa damit verunreinigt sein kann. Bei zwei veganen Burgern war dies der Fall.

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Ohne Aroma kein Fleischgeschmack

Beim Geschmackstest überzeugten nur zwei Fleischimitate. Dabei wurden das Aussehen, die Konsistenz und der Geschmack als "deutlich fleischähnlich" bewertet. Drei Produkte waren "leicht fleischähnlich", zwei weitere Patties erinnerten die Experten nur entfernt an Fleisch oder Fisch.

  • Die veganen Fleischimitate benötigen für ihre Konsistenz den Stabilisator Methylcellulose. Der aus Cellulose chemisch hergestellte Stoff quillt in Wasser auf und bildet beim Erhitzen Gele. Diese machen den Burger fest und saftig. Zwar gilt der Zusatzstoff als unbedenklich, dieser kann jedoch abführend wirken.
  • Um die rosa Fleischfarbe nachzuahmen, werden färbende Pflanzenkonzentrate aus Roten Rüben oder Karotten verwendet. Damit sich der "echte" Fleischgeschmack entfaltet, müssen alle Hersteller auf Aromen zurückgreifen. Aufgrund dessen hat Öko-Test keine Qualitätspunkte für die fleischähnlichen Burger abgezogen, da eine derartige Herstellung ohne Aromen nicht möglich ist.

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