News

Coronavirus: Schimpansen, Gorillas & Co sind stark gefährdet!

Nicht nur Menschen sind von dem Coronavirus betroffen. Auch für für Menschenaffen stellt die Pandemie eine tödliche Gefahr dar.

  • Drucken
Affen Coronavirus
Freder / iStock

Das Coronavirus hält weiterhin die ganze Welt in Atem. Doch nicht nur wir sind von COVID-19 betroffen, auch Affen leiden unter dem Coronavirus. Menschenaffen sind unsere nächsten lebenden Verwandten, die sich bis zu 98% der DNA mit uns teilen. Dadurch sind die Tiere auch empfänglich für menschliche Infektionskrankheiten, die bei uns zwar nur leichte Symptome hervorrufen, für die Affen jedoch tödlich sind.

Mehr dazu: Brand im Krefelder Zoo: Mehr als 30 Tiere tot

Menschenaffen sind bedroht

2008 lieferte eine Studie unter der Leitung von Fabian Leendertz vom Robert-Koch-Institut in Berlin die ersten Hinweise für eine Übertragung des Virus vom Menschen auf den Affen. Seitdem wurde öfter beobachtet, dass gewöhnliche menschliche Atemwegsviren tödliche Epidemien bei wilden Menschenaffen verursachten. 2016 berichteten die Forscher das erste Mal über eine Übertragung eines menschlichen Coronavirus auf wilde Schimpansen im Tai-Nationalpark (Elfenbeinküste). Dadurch, dass COVID-19 für uns Menschen bei einem schwachen Immunsystem und einem schweren Krankheitsverlauf tödlich sein kann, bedeutet das auch für die Menschenaffen fatale Folgen.

  • In einem kurzen Brief von Thomas Gillespie (Emory Universität) und Fabian Leendertz warnen die Forscher vor der Bedrohung der Primaten. Rund 60% der mehr als 500 Primatenarten sind weltweit vom Aussterben bedroht – 70% der Affenpopulation könnte dadurch schrumpfen.
  • Gegenüber der britischen Tageszeitung Guardian bestätigt Gillespie, dass das Virus eine enorme Gefährdung für den Menschenaffen darstellt. Dadurch, dass einige Nationalparks und Reservate geschlossen sind (z.B.: im Kongo und in Ruanda) und keine Ranger vor Ort sind, steigt auch das Risiko der Wilderei.

Mehr dazu: Coronavirus: Keine Ansteckungsgefahr für Haustiere!

Übertragung von Menschen auf Affen steigt

Laut Gillespie sind besonders junge Menschen ein Risikoträger für die Tiere. Sie reisen in die Nationalparks Afrikas und Asiens, um große Affen in der freien Wildbahn zu sehen. Doch hier besteht die Möglichkeit, dass die Reisenden unwissentlich mit dem Coronavirus infiziert sind und keine offensichtlichen Symptome haben. Dadurch steigt eine Ansteckungsgefahr für die Tiere. "Diese Krankheit könnte für den bereits kritisch gefährdeten Orang-Utan tödlich sein: Es ist ein Risiko, das wir uns nicht leisten können", erklärt Susan Sheward von der Umweltorganisation Orang-Utan Appeal UK gegenüber dem Guardian.

Mehr dazu: Joaquin Phoenix begleitet Tiere in den Tod

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.