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Die Hijra: 5 Fakten über das dritte Geschlecht Indiens

Das bunte Leben kommt mit einem Preis. Wenigstens so ergeht es den Hijras – einer Menschengruppe, die zwischen zwei Geschlechtern existiert.

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RibeirodosSantos / iStock

Kulturell akzeptiert, aber gesellschaftlich ausgegrenzt – So ergeht es leider den Menschen der Hijra Community in Indien. Einerseits werden sie verehrt und an Festtagen gefeiert, und andererseits verspottet und sogar von ihren eigenen Familienmitgliedern ausgestoßen. Wenn man sich nämlich weder als Mann, noch als Frau bekennt, fällt es Außenstehenden schwer dich einzugliedern. Für die Meisten haben die Hijra nämlich keine Identität und somit auch keine Rechte als Mensch. Wie sie trotz Ausgrenzung ein Leben als "drittes Geschlecht" führen, erfährst du hier.

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Was ist die Hijra-Community?

Weibliche Seelen in männlichen Körpern? Die Hijra verkörpern viel mehr als transsexuelle Identitäten. Heute werden sie marginalisiert, doch früher sah man Hijras als machtvolle Wesen, die zwischen zwei Geschlechtern existieren konnten. Bei traditionellen Feiern und Hochzeiten sorgten sie für Glück und Fruchtbarkeit und segneten ihre Mitmenschen indem sie bei Geburten herumtanzten. Doch in der heutigen Moderne hat sich alles wesentlich anders entwickelt.

Hier sind fünf Fakten zum Leben der Hijra:

  1. Seit mehr als 4.000 Jahren werden in den Geschichtsbüchern Menschen genannt, die nicht ganz Mann und nicht ganz Frau sind. Bereits vor jener Zeit haben Hijras einen festen Platz in der indischen Kultur und Epen.
  2. Transgender… oder doch Transsexuell? Die westlichen Definitionen von Geschlechteridentitäten und sexueller Orientierung haben kein Gegenstück zur Identifikation der Hijra. Sie sehen sich selbst als Schutzbefohlene der Hindu-Gottheiten "Bahuchara Mata" und "Shiva" – Beide Göttinnen, der Hijra-Gemeinschaften.
  3. Seit 2014 stehen der Hijra, als anerkannte dritte Geschlechtsgruppe, Minderheitenrechte zu. Das Gericht deklarierte die folgenden Worte: "Alle, die in das eine Geschlecht hineingeboren wurden, später aber durch Operation, Kleidung oder Make-up die äußerlichen Merkmale des anderen angenommen haben oder die schlicht das Leben des anderen Geschlechtes führen, gelten nun offiziell als „drittes Geschlecht“ mit allen entsprechenden Rechten."
  4. Trotz Rechte geht es der Mehrheit in Hijra-Gemeinschaften finanziell nicht gut. Sie werden dennoch von der Bevölkerung diskriminiert und müssen sich mit Sexarbeit und betteln abgeben, damit sie sich innerhalb des Sozialsystems über Wasser halten können.
  5. Viele Personen aus der Hijra-Community möchten nicht länger als Minderheit im Schatten des indischen Mainstreams liegen. Schon im Jahre 2000 machten sich Veränderungen in der Politik und dem Medienbereich bemerkbar. Im indischen Fernsehen war zum ersten Mal eine Hijra-Fernsehmoderatorin zu sehen und mit Shabnam Mausi schloss sich ebenfalls erstmalig eine Person aus der Hijra-Gemeinschaft dem indischen Parlament an.

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Diversität in Südasien

Hijra-Gemeinschaften haben sich nicht nur in Indien verwurzelt. Auch in Teilen Nepals kann man die "Schutzbefohlenen" auffinden. Diese leben zumeist in kleinen Siedlungen in familienähnlichen Haushalten. Als eine Art Oberhaupt steht ihnen ein Guru zu, der eine der ältesten Hijras ist.

Kauern und sich versteckt zu halten sind keine Eigenschaften der Hijras. Sie werden als provokante Störenfriede gesehen, von denen man sich lieber fernhält. Nichtsdestotrotz lässt sich diese Gruppe von der Allgemeinheit nicht unterbringen. Sie tanzen weiterhin in ihren bunten Frauengewändern und grellem Make-Up. Schließlich warten sie nicht darauf von der Welt akzeptiert zu werden, das würde nicht ihrer Natur entsprechen.

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