News

Equal Pension Day: Frauen erhalten um 42% weniger Pension als Männer

Der 30. Juli markiert in Österreich den Equal Pension Day: Frauen erhalten in Summe erst am Jahresende so viel Pension, wie Männer schon jetzt bekommen haben.

  • Drucken
Frauen erhalten weniger Pension
EllenaZ / iStock

Ebenso wie der Equal Pay Day, markiert der Equal Pension Day einen Stichtag, der Frauen in ihrer Gleichberechtigung abermals zurückwirft. Am 30. Juli 2020 haben Männer in Österreich schon so viel Pension erhalten, wie Frauen erst am Jahresende bekommen werden. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kam nun eine Studie. Wir klären dich auf, über den Equal Pension Day in Österreich.

Mehr dazu: Studie: Frauen wird häufiger Homeoffice verboten

Verfehlte Gleichberechtigung bis ins hohe Alter

Ganze 42%: Um so viel geringer ist die durchschnittliche Pension einer Frau in Österreich. Bedeutet im Klartext: Männer erhalten 825 Euro mehr Pension pro Monat. Zwar hat sich der Equal Pension Day in allen Bundesländern um einen Tag nach hinten verschoben, der einzige Grund dafür ist jedoch das heurige Schaltjahr. Geht man näher auf die Daten der Bundesländer ein, erkennt man die größte Verbesserung in der Bundeshauptstadt Wien: Dort markiert "erst" der 2. September die "Pension-Gap".

2015 wurden die Pensionskassen erstmals ins Visier genommen und wenngleich in jedem Bundesland eine Verschiebung zu erkennen ist, sind wir von einer Verbesserung noch weit entfernt. Europaweit ist Österreich damit auf dem vierten Platz, nur in Luxemburg, Malta und den Niederlanden klaffen die Pensionen von Frauen und Männern noch weiter auseinander.

Hier siehst du die detaillierte Entwicklung des Equal Pay Days in Österreich:

Bundesland 2015 2020
Wien 21.08. 02.09.
Burgenland 15.07. 23.07.
Niederösterreich 21.07. 27.07.
Österreich (Durchschnitt) 26.07. 30.07.
Salzburg 25.07. 29.07.
Vorarlberg 03.07. 07.07.
Oberösterreich 07.07. 11.07.
Steiermark 21.07. 24.07.
Kärnten 02.08. 04.08.
Tirol 19.07. 20.07.

Mehr dazu: Corona-Pandemie: Frauen vermehrt von Arbeitslosigkeit betroffen

Woher kommt der enorme "Pension-Gap"?

Auch im hohen Alter setzt sich demnach der "Pay-Gap" bzw. "Pension-Gap" der beiden Geschlechter fort. Die Gründe erstrecken sich dabei von geringeren Beitragsjahren bis hin zur Lohnschere von Männern und Frauen. Es zeigt sich also: Erst dann, wenn der Frauenerwerb angemessen gefördert wird, können Pensionistinnen in Österreich von einer eigenständigen Absicherung sprechen.

Zudem ist die vermehrte unbezahlte Arbeit maßgeblich für die niedrige Pension. Denn auch heute sind es vor allem Mütter, die Betreuungspflichten nachgehen und dadurch ihre Arbeitstätigkeit unterbrechen müssen. Ebenso sind es überwiegend Frauen, welche systemerhaltende Berufe ausüben, welche wiederum meist schlecht bezahlt werden.

Mehr dazu: Stress: Frauen und die Doppelbelastung

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.