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Aktivkohle-Croissants: Echt jetzt?

Vegan und angeblich ein Detox-Boost: Das sind die Croissants, über die Foodies und Gesundheitsprofis nur noch den Kopf schütteln.

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Schwarze Croissants mit Aktivkohle
Coco di Mama/facebook

Hey, Welt, wir müssen reden: Es ist jetzt mal genug mit Health-Food-Trends. Wir haben diverse Superfoods wacker durchgespielt, auch wenn deren Transportwege unseren ökologischen Fußabdruck für die nächsten drei Leben versaut haben. Wir haben Low Carb und Low Fat praktiziert, bis unsere miese Laune die Kollegen verschreckt hat. Sogar an No Carb und No Fat haben wir uns herangewagt. Seither sitzen wir in Einzelbüros.

Pflichtbewusst waren wir erst Pro-Smoothie (die ganzen Vitamine!), um dann – voll zeitgeisty – vor dem pürierten Feind im Glas warnen zu können (der ganze Zucker!)

Aber irgendwann muss Schluss sein. Und dieses Irgendwann ist jetzt.

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Schwarz ist das neue Schwarz

Jetzt hat nämlich der Londoner It-Italiener Coco di Mama einen gesunden Snack kreiert, der ein wahres "Detox-Helferlein" sein soll – et voilà: Entstanden ist das Aktivkohle-Croissant.

Mal davon abgesehen, dass wir dem Hersteller dafür Respekt zollen, die Worte "gesund" und "Croissant" in einem Satz unterzubringen, ohne rot zu werden, ist das ganze doch sehr… naja…

"Die Holzkohle im Croissant hilft Ihrem Körper, Gifte oder Giftstoffe auszuscheiden, z.B. Alkohol", glaubt man bei Coco Di Mama. Und verspricht: "Es schmeckt besser als es aussieht!" Anmerkung der Autorin: Das ist nicht schwer…

Das neue Schwarz ist nicht neu

Denn: 2017 war das Jahr der Aktivkohle. Vor dem Auge des staunenden Beobachters tummelten sich Holzkohlekekse, -eiscreme, -burger, Black Smoothies, Pizzas usw. Plus: Holzkohlezahnpasta und Gesichtsmasken.

"Die medizinische Wirkung von Aktivkohle ist seit Jahrhunderten bekannt", erklärt gesundheitstrends.at-Bloggerin und Diätologin Alexandra Maydell: "Bei Magen-Darm-Infekten bindet sie die schädlichen Bakterien aus dem Darm, ebenso bei Vergiftungen. Da Aktivkohle aber gleichzeitig auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente an sich bindet, sollte sie nur im Akutfall eingenommen werden. Noch etwas dramatischer ist der Punkt, dass sie auch die Wirkung von Medikamenten hemmen kann."

+++ Mehr zum Thema: Aktivkohle als Superfood? +++ 

Das Croissant ist ein Topfen

Damit wir uns nicht missverstehen: Aktivkohle ist eine wirklich kluge Erfindung. Es handelt sich dabei um einen Kohlenstoff, der durch spezielle Verfahren hochporös ist und deswegen besonders gut Flüssigkeit absorbiert. Wenn Sie sich also, wie von den Croissant-Anschwärzern vorgeschlagen, eine Alkoholvergiftung zugezogen haben, kann Aktivkohle tatsächlich helfen, das Gift im Magen zu binden und rascher abzutransportieren.

Fazit: Falls Sie nicht gerade vergiftet wurden, lassen Sie das mit dem Croissant lieber bleiben. Und falls Sie doch vergiftet wurden, suchen Sie einen Arzt auf statt einen Bäcker!

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