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Deutschlands Intensivmediziner schlagen Corona-Alarm

Rund 4.800 Intensivbetten sind in Deutschland derzeit mit COVID-19-Patienten belegt. Die Belastungsgrenze ist erreicht, warnt die Gesellschaft der Intensivmediziner.

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Tempura / iStock

Mit drastischen Worten warnen Deutschlands Intensivmediziner vor einer Überlastung des Gesundheitssystems. Der Grund: Immer mehr Intensivbetten sind mit COVID-19-Patienten belegt. Aktuell handelt es sich dabei um rund 4.800 Patienten. "Die Lage in den Kliniken und insbesondere in den Kliniken ist sehr angespannt", erklärt die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin.

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33.825 Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 wurden alleine am 15. Dezember vermeldet. Mit 952 COVID-19-Todesfällen stieg an diesem Tag auch die Anzahl der Verstorbenen auf ein trauriges Allzeithoch.

Lockdown nicht so wirkungsvoll wie im Frühjahr

Eine Abnahme der COVID-19-Notfälle, wie sie noch im ersten Lockdown zu beobachten war, ist derzeit nicht in Sicht. Im Frühjahr sank die Gesamtzahl der Patienten in den Notaufnahmen noch deutlich ab. Damals wurden vorübergehend weniger Nicht-COVID-19-Fälle in den Intensivstationen versorgt.

"Zugleich hat jetzt die Schwere der Krankheitsfälle insgesamt und damit die Versorgungsintensität jedoch zugenommen", erklärt Professor Dr. med. Guido Michels, Chefarzt der Klinik für Akut- und Notfallmedizin am St.-Antonius-Hospital Eschweiler. Von einer Entlastung der Notaufnahmen kann daher keine Rede sein.

Zu wenig Personal für Intensivbetten mit COVID-19-Patienten

Ein weiterer kritischer Punkt ist der Personalmangel in den Intensivstationen, aber auch in den Spitälern allgemein. Isolationspflichtige COVID-19-Patienten benötigt nicht nur Intensivbetten, sie bedeuten auch einen deutlich erhöhten Arbeitsaufwand, sowohl für die Ärzteschaft als auch das Pflegepersonal. Die Vereinigung der Intensivmediziner fordert, dass insbesondere auch die Personalsituation der Notaufnahmen bei der Bewertung der Kapazitäten der Kliniken mit in den Blick genommen wird.

"Kritisch kranke Patienten werden derzeit oft in die Notaufnahme eingewiesen, bis ihr COVID-19-Status geklärt ist. Dort verweilen sie isoliert, bis das Testergebnis da ist. Das belastet die Notaufnahmen zusätzlich", berichtet Professor Dr. med. Hans-Jörg Busch.

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Die Politik versucht indes mit einem zweiten, harten Lockdown der steigenden Anzahl an Neuninfektionen entgegenzuwirken. Mit 15.12. bleiben zum Beispiel die meisten Geschäfte geschlossen, auch Ausgangsbeschränkungen und Regelungen für das Weihnachtsfest wurden beschlossen.

 

 

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