Ernährung

Hände weg von Laugengebäck?

Laugengebäck steht im Verdacht, gesundheitsschädigend zu sein. Sollen wir nun davon lieber die Finger lassen?

  • Drucken
Ist Laugengebäck ungesund?
GeorgeDolgikh / iStock

Laugengebäck steht immer wieder im Verdacht, gesundheitsgefährdend zu sein. Der Grund dafür liegt in seinem relativ hohen Gehalt an Aluminium. Über einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium und Erkrankungen wie Demenz oder Brustkrebs wird schon lange spekuliert, gesicherte Studien dazu gibt es bislang aber nicht.

Ist Aluminium gesundheitsschädlich?

Aluminium ist das häufigste metallische Element der Erdkruste. Wegen seines Vorkommens auf der gesamten Erdoberfläche ist es natürlicherweise in Pflanzen und im Trinkwasser vorhanden. Wir nehmen es aber auch regelmäßig über  Lebensmittelverpackungen wie Alufolie, Deodorants oder Arzneimittel auf. Obwohl es in der Natur allgegenwärtig ist, hat es für Mensch und Tier nur wenig bis keinen biologischen Nutzen: Es wird vom Körper nicht verarbeitet.

Sammelt sich zu viel Aluminium im Körper an, kann dies mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein. Es steht im Verdacht, negative Auswirkungen auf das Nervensystem sowie auf die Fruchtbarkeit und ungeborenes Leben zu haben.

Mehr dazu: Ist Alufolie gesundheitsschädlich? 

Wie kommt das Aluminium ins Laugengebäck?

  • Laugenbehandlung: Laugengebäck wird vor dem Backen mit 2- bis 6%iger Natronlauge behandelt. Das passiert, um den Backwaren ihre charakteristische Farbe und den typischen Geschmack zu verleihen.
  • Backblech: Die Teiglinge werden kurz in die Lauge getaucht, auf das Backblech gelegt und anschließend gebacken.
  • Metall gelangt ins Gebäck: Kommen diese in Natronlauge getränkten Brezerl, Stangerl oder Weckerl in direkten Kontakt mit einem Aluminiumblech, wird das Metall aus dem Blech gelöst und gelangt in das Lebensmittel. Das gilt übrigens nicht nur für frischen Teig, sondern auch für tiefgefrorenes Laugengebäck.

Mehr dazu: Gefahr durch Aluminium im Essen?

Überprüfung des Laugengebäcks

In Österreich liegt der Maximalwert von Aluminium in Laugengebäck bei 10 mg Aluminium pro Kilogramm. Im Jahr 2015 wurde Laugengebäck von den verschiedensten Herstellern in ganz Österreich auf ihren Aluminiumgehalt überprüft:

  • Insgesamt wurden 76 solcher Gebäcke untersucht.
  • Bei mehr als 75% (59 Proben) lag der Aluminiumgehalt unter 10 mg/kg.
  • Rund 20% (15 Proben) hatten mit 10-90 mg/kg einen erhöhten Aluminiumgehalt.
  • Es fanden sich auch 2 Proben mit stark überhöhtem Gehalt an Aluminium (mehr als 90 mg/kg).

Wie lässt sich der Übergang von Aluminium in Laugengebäck reduzieren?

Die Hersteller von Laugengebäck sind also angehalten, den Aluminiumgehalt ihrer Backwaren auf ein Minimum zu reduzieren. Dies gelingt durch relativ einfache Maßnahmen:

  • Aluminiumbleche werden gerne verwendet, da sie gute Wärmeleiter sind und daher die Backzeit verkürzen. Die zusätzliche Verwendung von Silikonauflagen, Backpapier oder einer speziellen Antihaftbeschichtung kann den Übergang des Metalls reduzieren.
  • Das Risiko des Aluminiumübertritts verringert sich, wenn die Teiglinge nur mit der Oberseite und nicht vollständig in die Lauge eingetaucht werden.

Kein Risiko bei mäßigem Konsum

Wie bei (fast) allen Lebensmitteln und Getränken gilt auch für Laugengebäck: In Maßen genossen drohen keine gesundheitlichen Konsequenzen. Lassen Sie es sich schmecken!

Mehr dazu: Gesunde Jause in Schule und Kindergarten

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • Omaju sagt:

    Wieviel Laugengebäck sollte man essen, dass auch diese Hysteriewarnung recht haben soll? Ich finde solche Beiträge unverantwortlich und unnütz. Es gibt ein Sprichwort, all zu viel ist ungesund. Das ist für alles gültig.