Komplementärmedizin

Medikamente aus toten Tieren: Von Insekten und Magensteinen

Bis zum Beginn der Arzneimittelforschung in der Mitte des 20. Jahrhunderts verwendeten unsere Vorfahren zur Therapie verschiedenster Beschwerden ausschließlich natürliche Wirkstoffe.

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Arzneimittel aus Tieren
PokPak05 / iStock
  • Pflanzliche Arzneimittel waren lange Zeit die einzig verfügbaren Medikamente.
  • Bereits in der Steinzeit erkannten Menschen deren heilende Wirkung.
  • Bis zum 18. Jahrhundert hatten auch Arzneien tierischer Herkunft Bedeutung in der Heilkunde.
  • Selbst vor Substanzen menschlichen Ursprungs schreckte man nicht zurück.

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Pulverisierte Insekten

Kakerlaken gelten heutzutage als Ungeziefer und Überträger von Krankheiten. Noch im vorigen Jahrhundert wurden die Tierchen jedoch pulverisiert und zu schweiß- und harntreibenden Tees verarbeitet.

Die spanische Fliege ist eigentlich keine Fliege, sondern ein kleiner, metallisch-grüner Käfer. Das Blut des Tieres enthält einen Stoff, der beim Menschen lokal angewendet als Mittel gegen Warzen, in Pulverform auch als Aphrodisiakum genutzt wurde. Die Wirkung auf die Potenz erklärt sich über das enthaltene Reizgift. Dieses reizt die Harnwege und verursacht dadurch eine Erektion. Eine Überdosierung jedoch kann in wenigen Stunden zum Tod führen.

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Drüsensekret gegen hysterische Anfälle

  • Bibergeil ist ein Sekret aus den Afterdrüsen des Bibers.
  • Er nutzt es zur Fellpflege und zum Markieren seiner Reviergrenzen.
  • Das harzartige und bräunliche Sekret wurde bis ins 19. Jahrhundert auch als Arznei eingesetzt.
  • Ärzte verordneten Bibergeil gegen chronisches Erbrechen, Krämpfe und Nervosität.
  • Auch hysterische Anfälle wurden mit Bibergeil bekämpft.

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Wogegen helfen Magensteine?

Bezoare (Magensteine) sind unterschiedlich große Verklumpungen im Magen von Säugetieren, die aus verschluckten unverdaulichen Materialien wie Haaren oder Fell von Beutetieren bestehen. Die unverdaulichen Reste werden nach einiger Zeit hochgewürgt und ausgeworfen.

Im Altertum waren besonders Bezoare von Gemsen, Lamas, Pferden und Hirschen gefragt. Von ihnen versprach man sich – als Amulett getragen –  Schutz gegen Vergiftungen oder Krankheiten wie die Pest. In Pulverform wurden sie als Heilmittel gegen Gicht, Epilepsie, Bauchschmerzen und Übelkeit verwendet. Den Bezoaren der Bergziege aus Persien oder dem Kaukasus schrieb man sogar magische Kräfte zu.

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Weißer Krokodilkot für schöne Haut

  • Pulverisierte Finger- und Zehennägel wurden als natürliches Brechmittel eingesetzt.
  • Um den Haarwuchs zu fördern wurde eine Tinktur aus Menschenhaar und Honig verwendet.
  • Auch dem Fett eines Löwen wurden bei Haarausfall besondere Kräfte zugeschrieben.
  • Um das Ergrauen der Haare zu verzögern wurde eine Masse aus der Gebärmutter einer Katze und einem Vogelei hergestellt und die Kopfhaut damit eingerieben.
  • In der Antike war blasse Haut vornehm und damit modisch.
  • Um sich entsprechend blass zu schminken wurde Krokodilkot – der in getrocknetem Zustand weiß wird – verwendet.

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