Ernährung

Essen aktiviert braunes Fett

Körperfett ist nicht gleich Körperfett. Die braunen Fettzellen könnten sogar unsere besten Freunde sein!

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Spaghetti heizen braunem Fett ein
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Braunes Fettgewebe beim Menschen ist eine faszinierende Sache: Es hat nämlich genau die gegenteilige Funktion des weißen Fettgewebes. Statt Energie in Form von Speicherfetten (Triacylglycerinen) zu bunkern, verbrennt braunes Fett die Energie der Fettpölsterchen. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Stimmt trotzdem!

Allerdings ändert sich die Aktivität dieses günstigen Fettgewebes im Laufe eines Menschenlebens:

lassen das nette Fett ermatten.

Thermo-Training für die Zellen

Wissenschaftler suchen daher nach Möglichkeiten, müde braune Fettzellen anzufeuern und ihre Verbrennungseigenschaften (Thermogenese) zur Prävention von Adipositas und Diabetes zu nutzen.

Bislang hatte die Sache jedoch einen frostigen Haken: Das einzige, das tatsächlich zu funktionieren schien, war Kälte. "In Studien zeigte sich, dass bei den Probanden, die täglich Stunden in der Kältekammer verbrachten, im Laufe der Kälteanpassung nicht nur die Heizleistung des braunen Fetts gesteigert wurde, sondern sich auch die Kontrolle des Blutzuckers durch Insulin verbesserte", berichtet Professor Martin Klingenspor, Leiter des Lehrstuhls für Molekulare Ernährungsmedizin an der TU München.

Kohlenhydratreiche Mahlzeit so wirksam wie Kältereiz

Nun macht eine internationale Studie Hoffnung: Nicht nur Kälte, sondern auch Spaghetti motivieren die braunen Zell-Kollegen! Klingenspor: "Zum ersten Mal konnte gezeigt werden, dass die Wärmebildung im braunen Fettgewebe durch eine Testmahlzeit genauso aktiviert wird wie durch die Kälteexposition."

Für die Studie wurden die gleichen Probanden zweimal untersucht:

  • Einmal nach einer Kälteexposition.
  • Ein zweites Mal nach dem Verzehr einer kohlenhydratreichen Mahlzeit.

Zusätzlich gab es eine Kontrollgruppe. Davor und danach wurden wichtige Marker für die Thermogenese gemessen, darunter nicht nur Glukose- und Fettsäureaufnahme, sondern auch der Sauerstoffverbrauch im braunen Fett.

"Zehn Prozent der pro Tag aufgenommenen Energie verpuffen durch die thermogene Wirkung der Nahrung", weiß Klingenspor. Und dazu leistet das braune Fett einen hübschen Beitrag.

Weiterer Gegenstand der Untersuchungen wird nun sein, herauszufinden, ob es sich dabei einfach um Energie handelt, die "verpufft" oder ob dieses Phänomen eine andere Funktion hat: "Wir wissen mittlerweile, dass die Aktivierung des braunen Fettgewebes mit einem Sättigungsgefühl verbunden sein könnte."

Wie genau? Das sollen nun weitere Studien zeigen.

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