Ernährung

Grapefruit und Medikamente: Eine schlechte Kombination

Wer hätte das gedacht: Grapefruits können die Wirkung von Medikamenten verstärken und so zu einer gefährlichen Überdosierung führen.

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Grapefruit und Medikamente vertragen sich nicht
Voyagerix/iStock

Sie vernaschen zum Frühstück gerne eine saftige Grapefruit oder schlürfen ihren frisch gepressten Saft morgens am liebsten pur? Grundsätzlich spricht nichts dagegen. Sollten Sie allerdings Medikamente einnehmen, sollten Sie auf die bitter-süße Frucht in Zukunft besser verzichten! Die Kombination von Grapefruit und Arzneimitteln kann nämlich gefährlich werden. Der Grund: Medikamente reagieren nicht nur untereinander, auch bestimmte Nahrunsgmittel können zu Wechselwirkungen führen und den Effekt von Arzneien hemmen oder verstärken.

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Gesunde Frucht mit Tücken

Grundsätzlich spricht nichts gegen den Genuss von Grapefruits. Ganz im Gegenteil! Die Zitrusfrucht zählt zu den absoluten Schlankmachern, ist reich an Ballaststoffen (Pektin), fördert die Verdauung und wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Die Grapefruit enthält außerdem jede Menge Bitterstoffe, die sich ebenfalls günstig auf Magen und Darm auswirken. Auch Carotinoide sind reichlich vorhanden, die den Körper vor freien Radikalen schützen. Jede Menge Vitamin C und B-Vitamine – allen voran Folsäure – runden das Gesamtpaket der Grapefruit ab. So gesund Fruchtfleisch und Saft auch sind – Menschen, die Medikamente einnehmen, sollten besser darauf verzichten!

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Überdosis durch Furocumarine

Warum sich Grapefruit und manche Medikamente nicht vertragen liegt an bestimmten Inhaltsstoffen der Grapefruit: den Furocumarinen. Sie zerstören im Körper wichtige Enzyme (Cytochrom P450 3A4), die für den Abbau von Giftstoffen und bestimmter Medikamente notwendig sind. Auf diese Weise können Grapefruits die Wirkung mancher Arzneimittel schwächen, aber auch massiv verstärken. Gelangt dadurch zu viel des Medikaments in den Körper, kann das zu einer Überdosierung führen und lebensgefährlich werden. Bei Überdosierungen kommt es meist zu typischen Vergiftungserscheinungen, wie z.B. :

  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Müdigkeit
  • Benommenheit
  • Unruhe
  • Fieber
  • Muskelkrämpfe
  • Herzrasen

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Sollten Sie nach dem Verzehr einer Grapefruit zusammen mit einem Medikament derartige Symptome bemerken, beachten Sie folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Wenn Sie selbst oder die betreffende Person bei Bewusstsein ist, rufen Sie die Vergiftungszentrale unter +43 (0)1 406 43 43 an.
  • Halten Sie die Atemwege frei. Legen Sie bewusstlose Menschen in die stabile Seitenlage, in Rückenlage droht Erstickungsgefahr.
  • Bei Atemstillstand führen sie umgehen eine Wiederbelebung durch.
  • Wählen Sie den Notruf 144!

Informationen beachten

Vor allem bei Medikamenten gegen hohen Blutdruck oder Herzrhythmussstörungen, Cholesterinsenkern oder Medikamenten gegen HIV oder Krebs besteht ein hohes Wechselwirkungsrisiko mit der Frucht. Auch andere Zitrusfrüchte wie Bitterorangen oder Limetten enthalten Furocumarine und können daher in Kombination mit Medikamenten Nebenwirkungen hervorrufen. Werfen Sie daher unbedingt einen Blick auf den Beipackzettel oder fragen Sie Ihren Arzt, bevor Sie ein Medikament in Kombination mit Grapefruits oder anderen Zitrusfrüchten zu sich nehmen!

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