Ernährung

Histaminintoleranz? Das sollten Sie nicht essen

Vertragen Sie kein Histamin? Diese Lebensmittel sollten Sie bei Histaminintoleranz meiden.

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Sie haben eine Histaminintoleranz? Auf diese Lebensmittel sollten Sie achten.
Magone / iStock

Wenn Sie nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel an Verdauungsbeschwerden, migräneartigen Kopfschmerzen oder plötzlichen Hautrötungen leiden, sollten Sie an die Möglichkeit einer Histaminintoleranz denken.

Histamin kommt in einer Vielzahl an Lebensmitteln vor. Die Diagnose anhand einer Blutuntersuchung ist oft schwierig, da histaminintolerante Menschen auf ganz unterschiedlich hohe Histaminwerte reagieren. Eine zuverlässige Methode, eine Histiamintoleranz im Selbstversuch festzustellen, ist die sogenannte "Eliminationsdiät".

Dabei werden alle histamreichen Lebensmittel über 6 Wochen vermieden. Meist tritt bereits nach kurzer Zeit eine deutliche Besserung ein. Nach der sechswöchigen Testphase folgt die "Provokation": dabei wird ein histaminhältiges Lebensmittel ausgewählt und verzehrt. Treten die Histaminintoleranz-Symptome wieder auf, so hat sich der Verdacht bestätigt.

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Fleisch, Fisch & Kurstentiere

Beim Fleisch kommt es in erster Linie auf die Verarbeitung an. Fleisch, das lange gelagert wurde, gepökelt, geräuchert oder stark zerkleinert ist, ist besonders histaminreich. Dunkelfleischiger Fisch wie Thunfisch hat einen besonders hohen Histaminanteil, ebenso wie Makrele, Hering, Sardinen und Sardellen. Auch alle geräuchterten, gesalzenen oder marinierten Fische sind problematisch. Alle Krusten- und Schalentiere sind Histaminliberatoren: sie enthalten selbst nicht viel Histamin, können aber das im Körper gespeicherte Histamin freisetzen und aktivieren.

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Milch- und Milchprodukte

Bedenklich für histaminintolerante Menschen sind alle lang gereiften Käsesorten wie Hartkäse, Weichkäse, Schmelzkäse, Schimmelkäse, Emmentaler, Parmesan und alter Gouda. Im Rindenberich findet sich immer der höchste Gehalt an Histamin.

  • Kurz gereifte Käsesorten wie Butterkäse und junger Gouda, aber auch Frisch- und Steichkäse werden oft besser vertragen.
  • Wenig Histamin enthalten Frischmilch- und Frischmilchprodukte. Joghurt, Rahm und Buttermilch können problemlos verzehrt werden.

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Obst und Gemüse

Auch Obst und Gemüse kann typische Symptome verursachen.

Streichen Sie

  • Sauerkraut,
  • Spinat,
  • Tomaten (inkl. Ketchup und Tomatensauce),
  • Melanzani,
  • Avocado,
  • Oliven,
  • Linsen,
  • Bohnen,
  • Soja,
  • Steinpilze,
  • Morcheln und Champignons

von ihrem Speiseplan.

Obst ist gesund, dennoch sollten Sie im Falle einer Histaminintoleranz auf Erdbeeren, Himbeeren, Zitrusfrüchte, Bananen, Ananas, Kiwi, Birnen, Papaya, Guave, Walnüsse, Cashewnüsse und Erdnüsse verzichten.

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Getränke & Süßwaren

  • Vermieden werden sollte schwarzer und grüner Tee, Brennesseltee, Tomatensaft, Saft aus Zitrusfrüchten, Energydrinks, Sojamilch, Rotwein, Weißwein, Sekt und Weißbier. Bei den Süßwaren sollte man von Kakao, brauner und dunkler Schokolade, Marzipan, Nougat, Marmelade und Erdnusscreme die Finger lassen.
  • Völlig unbedenklich sind Wasser, Tee (außer schwarz und grün) und Kaffee.

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Sonstiges

Vermeiden Sie außerdem Geschmacksverstärker, Sojasauce, scharfe Gewürze, Hefe, Wein- und Balsamicoessig, Konserven und Fertigprodukte.

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  • B. Hühn sagt:

    Hallo, Frau Leitner, wekchen Hintergrund hat es, dass Grüntee zu meiden ist?

    • Astrid Leitner sagt:

      Hallo! Grüner sowie schwarzer Tee sollten bei Histamin-Intoleranz eher nicht konsumiert werden. Beide Teesorten blockieren die Diaminoxidase, jenes Enzym, das für den Abbau des Histamins verantwortlich ist. Alle anderen Teesorten können bedenkenlos getrunken werden.
      Liebe Grüsse!

  • Der Ben sagt:

    Hallo,

    wäre es nicht einfacher eine List von Lebensmitteln zu nennen, die noch bedenkenlos verzehrt werden kann.

  • Volker Radtke sagt:

    Hallo Frau Leitner,
    ich habe gerade auf einer anderen Webseite gelesen, dass gerade grüner Tee, den ich u.a. seit über 25 Jahren ausschliesslich trinke, kein Histamin enthält und somit für histaminintolerante Menschen gut geeignet zu sein scheint. Darüber hinaus (Zitat):Grüntee enthält nämlich auch das Antioxidans Epigallocatechingallat, welches mastzellstabilisierend wirkt – also verhindert, dass der Körper selbst Histamin ausschüttet. Darüber hinaus ist die Aminosäure Theanin enthalten, die ebenso mastzellstabilisierend wirkt!
    Ich habe gerade eine Phase postoperativ (Zwerchfellriss mit Fundoplicatio nach Nissen im Januar)sowie die Rötngenuntersucherungen vor und nach der OP mit Kontrastmittel durchlebt, wobei das Kontrastmittel u.a. das Konservierungsmittel Natriumbenzoat enthielt. Hiernach hatte ich stark zunehmende Pickel im Gesicht, der Stirn und im Haarbereich des Kopfes. Darüber hinaus habe ich nach dr OP nur Suppen (Tomatensuppe mit Toastbrot) zu mir nehmen können. Hierbei hatte ich mit sehr starker Rötung und Pickelbildung gerade im Gesicht zu kämpfen. Ich versuche gerade Tomaten und andere stark histminhaltige Lebensmittel zu meiden. (Beginn28.05.2019)
    Auf Grünen Tee kann ich allerdings nicht verzichten, da er als Hauptgetränk in meinem Leben eine riesige Rolle spielt. Bisher hatte ich nur bei bestimmten Aromastoffen Probleme wie Hautausschlag und Juckreiz.

    Herzliche Grüße
    Volker R.

    • Astrid Leitner sagt:

      Lieber Herr R.,

      vielen Dank für Ihre Nachricht! Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir als Online-Informationsplattform nicht befugt sind, persönliche medizinische Fragen zu beantworten.
      Bitte wenden Sie sich dazu an einen Ernährungsmediziner.

      Liebe Grüße!