Ernährung

6 Gründe, warum Honig nicht vegan ist

Bienen sind fleißig und daher ein leichtes Opfer für Ausbeutung.

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Honig ist nicht vegan
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Wer sich vegan ernährt, verzichtet aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen auf tierische Produkte: Fleisch, Eier, Fisch, Milch und Milchprodukte werden aus dem Speiseplan gestrichen. Honig allerdings liegt für viele Konsumenten im Graubereich, immerhin wird das Naturprodukt von den Bienen nur erzeugt und sie werden nicht gequält. So ganz stimmt das jedoch nicht. Wir erklären, weshalb das süße Gold nicht vegan ist.

Mehr dazu: 10 Gründe: Vegan für die Umwelt

6 Gründe, weshalb Honig nicht vegan ist

Summ, summ, summ! Bienchen summ herum. Ei, wir tun dir nichts zuleide, flieg nur aus in Wald und Heide! So fröhlich-unbeschwert sieht das Leben nicht von allen rund 20.000 Bienenarten aus, die es weltweit gibt. Hier servieren wir Ihnen 5 Gründe, für die auch Nicht-Veganer auf Honig verzichten sollten:

  • Massentierhaltung: Bei diesem Stichwort haben wir Schweine, Rinder und Hühner vor Augen, die massenhaft bei schlechten Bedingungen gehalten und gequält werden. Bienen geht es nicht anders, denn unterm Strich ist alles Profitsache. Die Haltung der Honigbienen erfolgt unter unnatürlichen Bedingungen. Indem man u.a. die Flügel der Bienenkönigin stutzt, hindert man sie am Schwärmen – dem Verlassen des Bienenstocks. Obwohl es die riesigen Bienenfarms überwiegend in Nord- und Südamerika gibt, betrifft es aufgrund des Imports auch uns.
  • Verletzungen: Im Massenbetrieb leben Bienen in Magazinen, die zwar so gebaut sind, dass der Imker den Honig zwar relativ einfach entnehmen kann, dennoch verletzt oder tötet er viele Bienen bei der Entnahme. Der Transport der Kästen samt Tieren bedeutet für sie außerdem Stress.
  • Ausbeutung: Durch das natürliche Schwärmen und die Geburt einer neuen Bienenkönigin besteht das Risiko, dass die Bienen weniger Honig produzieren. Deshalb wird die Königin, die eine Lebensdauer von etwa sechs Jahren hat, in vielen Betrieben schon nach ein bis zwei Jahren getötet oder ausgetauscht, um den Betrieb optimal am Laufen zu halten. Überdies stehen künstliche Befruchtungen an der Tagesordnung.
  • Bienensterben: Ohne Bienen kein Leben, denn bestäuben Bienen keine Pflanzen mehr und das sind immerhin 80% der Wild- und Nutzpflanzen hat dies massive Auswirkungen auf die Ernährung und Wirtschaft. Ursachen für das Massensterben sind Monokulturen, Pestizide, die Klimaerwärmung oder Krankheiten wie der Befall der Varroamilbe oder CCD (Kollaps von Bienenvölkern).
  • Enteignung: Um 1 Kilogramm Honig zu produzieren, müssen die Tiere bis zu unfassbare 6 Millionen Blüten besuchen (Quelle: Dachmarke). Sie sehen, Bienen arbeiten sehr hart für ihren Honig und sie brauchen ihn. Honig ist die Nahrung der Biene im Gegensatz zu dem Zuckerwasser, das sie vom Menschen bekommt, liefert ihr das Eigenprodukt wertvolle Enzyme und Vitamine, die sie im Winter vor der Kälte schützen, aber auch gegen Krankheiten und Milbenbefall stark machen wo wir wieder beim Bienensterben wären…
  • Tierisches: Abgesehen von den ethischen Gründen, enthält Honig aber auch tierische Stoffe. Saugt die Biene den Nektar an und gibt ihn wieder ab, reichert sie den Blütensaft mit Proteinen, Säuren und Enzymen (Fermenten) an, die die Masse verdicken und die Zuckerzusammensetzung verändern.

Buchtipp zum Thema: "Die Geschichte der Bienen", Roman von Maja Lunde, 2017

Mehr dazu: Das 1×1 der Bienenprodukte

Top 3 Honig-Alternativen

Harter Tobak, aber Sie fragen sich, wie Sie nun Ihren Tee süßen oder was Sie auf das Brot schmieren sollen? Verwenden Sie einfach diese pflanzlichen Alternativen, die im Supermarkt oder Reformhaus erhältlich sind:

  • Agavendicksaft schmeckt süßer als Honig und wird aus mexikanischen Agaven gewonnen. Aber auch hier gibt es Nachteile: Der Anbau stammt oft aus Monokulturen, weite Transportwege und aufgrund des hohen Fruktosegehalts ist es für Menschen mit Fruktoseunverträglichkeit nicht geeignet.
  • Ahornsirup stammt original vom kanadischen Ahornbaum und ist ein naturbelassenes Produkt (auf das Etikett schauen!) mit niedrigem glykämischen Index. Auch hier sind die Transportwege ein Nachteil.
  • Dattelsirup ist ein beliebtes Süßungsmittel, das vor allem auch aufgrund seiner antibakteriellen Eigenschaften beliebt ist. Sie können den Dattelsirup auch ganz einfach selbst herstellen.

Erfahren Sie mehr über das Bienenleiden in dem Trailer zum Dokumentarfilm "More Than Honey":

Mehr dazu: Tipps: Lebensmittelverschwendung vermeiden

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  • Dieter Blasl sagt:

    DattelSirup hat übrigens auch die RiesenVorteil, dass DattelPalmen SALZwasser vertragen und zb entlang von künstlichen Kanälen (vom Meer ins Innere auch von Wüsten) gepflanzt werden können, wo sonst kein Ackerbau überlebt:

    wenn bei Anpflanzung um den WurzelBallen noch etwas Erde zugegeben (bzw. dem WüstenSand beigemischt) wird, lebt die DattelPalme davon problemlos JAHRZEHNTElang (!) ohne jede sonstige Pflege

    KüstenBereiche in SüdEuropa und Afrika werden/würden damit zu einer unerschöpflichen Nahrungs(teil)Quelle statt Honig & RübenZucker, denn DattelMissErnten gab noch so gut wie nie