Ernährung

Weizengras und Gerstengras: Supergräser oder Katzenfutter?

Grün, nährstoffreich und voll im Trend: Weizengras und Gerstengras peppen Smoothies, Joghurt und Säfte auf. Halten die Gräser, was ihre Nährstoffe versprechen?

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Weizengras wächst in dekorativer Schale auf türkisem Holztisch
boumenjapet / iStock

Sie sind grün, frisch und hochgepriesen: Gerstengras und Weizengras. Worum es sich bei dem Foodtrend handelt, ob die Gräser wirklich so gesund sind und wie man sie verwenden kann, erfahren Sie hier.

Was sind Gersten- und Weizengras eigentlich?

Bei Weizengras und Gerstengras handelt es sich um die jungen Weizen- und Gerstenpflanzen, die noch vor der Ährenbildung geerntet werden. Die beiden Gräser sind beliebte Nahrungsergänzungsmittel, die in Suppen, Wasser, Säfte, Joghurt oder Smoothies eingerührt werden können. Hierfür werden die Blätter getrocknet, gemahlen und zu Pulver verarbeitet. Die Wirksamkeit der Nährstoffe wird dadurch jedoch deutlich reduziert.

Frisch kann zumindest Weizengras als Saft getrunken werden, allerdings sind die Pflanzenfasern schnell verderblich und für Menschen schwer verdaulich. Gerstensaft wird hauptsächlich in Pulverform verzehrt.

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Supergräser oder Superabzocke?

Die beiden Gräser werden als Superfood gefeiert, sie sollen sehr gesund sein und sogar vor Krankheiten schützen. Als wissenschaftlich komplett abgesichert gilt dies allerdings nicht.

  • Hoher Nährstoffgehalt: Die Gräser sind für ihre geballte Power an Nährstoffen bekannt. In der Zusammensetzung sind die Gräser einander ähnlich. Weizengras weist im Vergleich höhere Mengen an Vitamin A und C auf. Gerstengras enthält dafür mehr Eisen und Antioxidantien, die für den Schutz vor freien Radikalen sowie die Zellerneuerung zuständig sind. Der Gehalt der Nährstoffe variiert stark und hängt von den Anbaubedingungen sowie der Weiterverarbeitung ab.
  • Kein Gluten: So wie anderes Gemüse auch, sind die Gräser glutenfrei. Lassen Sie sich von dem Wort "Weizen" nicht in die Irre führen.
  • Chlorophyll: Das Blattgrün unterstützt den Sauerstofftransport im Blut, stärkt die Immunabwehr und bietet dem Körper einen Rundumschutz.

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  • Sehvermögen: Wissenschafter am Max-Rubner-Institut in Karlsruhe fanden heraus, dass Weizengras eine gute Aufnahmequelle für Lutein ist. Der Pflanzenstoff ist eng verwandt mit Beta-Carotin, das der Karotte zum Beispiel ihre orange Farbe verleiht. Lutein wirkt sich positiv auf das Sehvermögen aus, soll sogar der altersbedingten Makuladegeneration vorbeugen und schützt vor freien Radikalen.

Doch nicht so super, das Gras?

  • Cholesterinspiegel senken? Die im Zusammenhang mit Lutein erwähnte Studie aus Karlsruhe untersuchte Männer mit erhöhtem Cholesterinspiegel. Die Einnahme von Weizengras konnte keine Veränderungen feststellen.
  • Vitaminbombe? Weizengras wird für seinen hohen Vitamin-C-Gehalt gelobt, doch in 100 Gramm Weizengras stecken genauso viele Vitamine wie in Brokkoli, Spinat oder Mangold. Ein hoher Vitaminanteil bedeutet nicht unbedingt gesundheitliche Vorteile, da die meisten Menschen in Österreich durch eine ausgewogene Ernährung ohnehin genügend Vitamine aufnehmen.
  • Entschlacken? Die Gräser werden für ihre "entschlackende Wirkung" gelobt. Doch Entschlacken ist Humbug, der Körper reinigt sich selbst. Aufgrund ihrer basischen Eigenschaft können Weizengras und Gerstengras den Säure-Basen-Haushalt jedoch ausgleichen.
  • Schadstoffe? Untersuchungen von Stiftung Warentest ergaben, dass die meisten Nahrungsergänzungsmittel aus Weizengras oder Gerstengras mit Pestiziden und Keimen belastet sind – auch Bio-Produkte. Daher wird empfohlen, dass Schwangere, Ältere und Kinder auf den Verzehr verzichten sollten.

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Gräser selbst ziehen

Wer möchte, kann Weizengras und Gerstengras auch ganz einfach zuhause anbauen: Erde in eine Schüssel oder einen Blumentopf geben, eine Handvoll Samen streuen, mit wenig Erde bedecken und befeuchten. Einige Tage warten, bis das Gras zu sprießen beginnt. Gersten- und Weizengras werden übrigens auch als Katzengras verkauft.

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