Trending

Women Empowerment: 5 Gründe, warum wir den Weltfrauentag auch 2021 noch brauchen

Ist es überhaupt noch notwendig den internationalen Frauentag am 8. März zu feiern? Ja, ja und nochmal ja! Wir nennen dir 5 Gründe, warum das so ist.

  • Drucken
Weltfrauentag: 5 Gründe, warum wir ihn brauchen
PeopleImages / iStock

Am 8. März ist der internationale Frauentag. Nicht selten kommt dabei die Frage auf, ob er denn im Jahr 2021 überhaupt noch notwendig ist. "Den Frauen von heute geht's doch eh schon so gut im Vergleich zu früher", hört man oft. Nun, seit Einführung des internationalen Weltfrauentags 1911 hat sich zum Glück schon einiges getan. Vom Wahlrecht bis hin zum Gleichstellungsgesetz: Der 8. März soll uns daran erinnern, welche Meilensteine zur Gleichstellung der Frau bereits gelegt wurden. Doch neben den Errungenschaften will der Weltfrauentag vor allem auf bestehende Ungleichheiten und Diskriminierungen aufmerksam machen. Bedeutet also: Ja, den Weltfrauentag braucht es auch noch 100 Jahre nachdem er zum ersten Mal gefeiert wurde. Diese 5 Gründe werden dir zeigen, warum das so ist.

Mehr dazu: 4 Gründe, warum es toll ist eine Frau zu sein

Mit Rabatten zur Gleichberechtigung?

Doch zuvor noch ein kurzer Blick auf die Schaufenster am 8. März: Zur Feier des Weltfrauentages labelt sich der Handel nämlich gern als Feminist, der sich für Women Empowerment einsetzt. Hier ein paar Rabatte, dort ein paar Schnäppchen, aus feierlichem Anlass gibt's Beautyprodukte und Blumen für alle Frauen! Eine Aktion, die natürlich alles andere als feministisch ist. Einmal mehr werden Frauen Geschlechterstereotype unterstellt, wobei die Kosmetik- und Beautyindustrie von den Unsicherheiten profitiert, die durch angebliche Schönheitsideale hervorgerufen werden. Hinzu kommt die PinkTax, ein Preisaufschlag, den Konsumenten für das feminine, meist pinke Design bezahlen müssen, welches sich besonders an Frauen richten soll. Auch die Aktivistin Louisa Dellert beleuchtet die vielen Rabattaktionen kritisch:

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Louisa Dellert (she/her) (@louisadellert)

Leider geht durch diese Kommerzialisierung der eigentliche Zweck des Feiertags verloren. Denn mit einem Shopping-Marathon unterstützen wir nicht die Gleichstellung von Mann und Frau, viel eher feuern wir den Konsumzwang an, der an unseren ohnehin knappen Ressourcen zehrt.

Mehr dazu: "Loch ist Loch": Wie uns sexistische Werbung beeinflusst

Periodenarmut: Tabu-Thema grenzt Frauen aus

Erst kürzlich herrschte auf Social Media die Debatte, warum Frauen in Schottland gratis Menstruations-Hygieneartikel zur Verfügung gestellt bekommen. "Wenn Frauen kostenlose Tampons fordern, dann fordere ich kostenlose Einwegrasierer und Rasierschaum für Männer. Wir können nichts für unseren Bartwuchs!", hieß es dabei von vielen männlichen Usern. Tatsache ist jedoch, dass sich weltweit zahlreiche Frauen keine Binden & Co leisten können. Rund 20.000 Euro muss Frau dafür hochgerechnet auf ein ganzes Leben laut einer britischen Studie aufbringen. Als Ersatz werden Zeitungen, Windeln oder andere Alternativen herangezogen. Hinzu kommen jene Länder, in denen Mädchen und Frauen vom sozialen Leben ausgegrenzt werden und beispielsweise vom Unterricht fern bleiben müssen, wenn sie bluten. So werden indische Frauen aus strengen Familien während der Periode regelrecht verteufelt und sogar in unbeheizte Menstruationshütten abgeschoben. Wie die Influencerin Hannah MayLou sagt: Menstruation is not a choice, don't treat it like it's one!

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von SELBSTLIEBE / FEMINISMUS (@hannahmaylou)

Mehr dazu: Studie: Tampons & Co für jede zehnte Frau nicht leistbar

Femizide: Frauenfeindliche Morde

Als Femizid wird der Mord an einer Frau oder an einem Mädchen aufgrund ihres Geschlechts bezeichnet. Begangen werden die schwere Gewalttaten oftmals von Partnern oder Ex-Partnern, während die Motive Angst vor einer Trennung oder etwa Eifersucht sind. Doch auch das Töten von Frauen und Mädchen im Namen der "Ehre" ist in vielen Ländern der grausame Alltag. Letzteres könnte beispielsweise eine voreheliche Beziehung sein. Um die "Familienehre" wiederherzustellen, begehen überwiegend männliche, aber auch weibliche Familienangehörige den Mord am Opfer. Die weltweite Anzahl an Femiziden ist alarmierend: Aus einer UN-Studie von 2017 geht hervor, dass rund 50.000 Frauen durch den eigenen Partner oder Familienmitglieder getötet wurden. Wenngleich insgesamt weit mehr Morde an Männern begangen wurden, so sind es großteils Frauen, die zum Opfer innerhalb der Partnerschaft oder der Familie werden. Dabei kommen die Täter meist straflos davon: In Lateinamerika werden 98 Prozent der Täter von Femiziden nicht zur Rechenschaft gezogen.

Mehr dazu: #ChallengeAccepted soll ermordeten Frauen gedenken

Ungleiche Bezahlung: Faire Entlohnung sieht anders aus

Im Feminismus geht's doch eh nur darum, dass Frauen mehr Geld bekommen möchten, oder? Nun, um fair zu sein: Diese Forderung ist nicht unberechtigt. Denn die überwiegende Mehrzahl der Frauen übernimmt nicht nur die Pflege- und Hausarbeit, sondern wird sogar für die gleiche Leistung oder die gleiche Position schlechter bezahlt, als ihre männlichen Kollegen. Im Umkehrschluss bedeutet das folgendes: Wenn Frauen ihre Partner nicht unterstützen, indem sie zu Hause bleiben und die Kinder pflegen, können Männer auch nicht die Karriereleiter empor klettern.

Zudem sind Frauen oftmals in schlechtbezahlten Branchen tätig und arbeiten aufgrund der Fürsorge für die Kinder in Teilzeit. Daraus resultieret nicht nur der "Gender Pay Gap", sondern ebenso der "Gender Pension Gap". Um auf diese Ungleichheit aufmerksam zu machen, wird jährlich ein "Equal Pay Day" sowie ein "Equal Pension Day" benannt. Er markiert jenen Stichtag, bis zu welchem Frauen gratis arbeiten und symbolisiert damit die Entgeltunterschied zwischen weiblichen und männlichen Personen. Der "Equal Pension Day" zeigt hingegen jenen Tag auf, bis zu welchem Männer schon so viel Pension erhalten, wie Frauen erst am Jahresende bekommen werden.

Mehr dazu: Equal Pension Day: 42% weniger Pension für Frauen

Sexismus: Frauen sind keine Projektionsfläche der Lust

Catcalling, sexuelle Belästigung, abwertende Kommentare, veraltete Rollenklischees oder die omnipräsente Objektifizierung der Frau: Nein, auch Sexismus ist 2021 längst nicht vom Tisch. Egal ob am Arbeitsplatz, auf der Straße oder beim Ausgehen im Club: Unpassende Anmachsprüche vom Arbeitskollegen werden niemals angebracht sein, das Nachpfeifen auf der Straße ist kein Kompliment und auch die unfreiwilligen Berührungen vom Typen auf der Tanzfläche sind nicht so harmlos, wie sie scheinen. In einer Welt ohne Sexismus dürfen Frauen nämlich kurze Röcke und tiefe Ausschnitte tragen, während sie dabei weder verurteilende noch anzügliche Blicke kassieren müssen.

Mehr dazu: Catcalling: So wehrst du dich gegen verbale sexuelle Belästigung

Gläserne Decke: Mangelnde Vielfalt in Führungspositionen

Frauen in Führungspositionen? Eine seltenes Phänomen. Weitverbreiteter ist hingegen die "Gläserne Decke": Sie ist eine nicht sichtbare und unüberwindbare Barriere für Frauen, die trotz hoher Qualifikationen nicht in das obere Management aufsteigen. Um es noch einfacher auszudrücken: Die Vornamen Thomas und Michael kommen bei den CEOs von deutschen Unternehmen jeweils fünfmal häufiger vor, als es Frauen auf der Führungsebene gibt. Auch die weitverbreitete These, dass Frauen doch "einfach nicht im oberen Management arbeiten wollen", ist längst überholt, wie die #IchWill-Kampagne zeigt.

Klar ist, dass diese fünf Argumente nur die Spitze des Eisbergs verdeutlichen und nicht nur Frauen vom Patriachart unterdrückt werden: Auch Männer profitieren von einer Gleichstellung von Mann und Frau sowie Feminismus im allgemeinen. Hier siehst du, wie vielschichtig die Problematik rund um Ungleichheiten und Diskriminierungen tatsächlich ist:

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von That Desi Feminist (@thatdesifeminist)

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.