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Problematische Pro-Ana Kanäle umgehen Sperre auf TikTok

Spindeldürr als Schönheitsideal? Pro-Ana Gruppen treiben sich trotz Sperre auf TikTok herum, und stellen eine Gefahr für junge Nutzer dar.

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electravk / iStock

Pro-Ana bzw. Pro-Mia sind keine unschuldigen Mädchennamen, sondern Bezeichnungen für Bewegungen im Internet, die Essstörungen unterstützen. In der Vergangenheit verließ man sich auf Online-Foren und geheime Chats, um seine Abnehm-Tipps mit Gleichgesinnten auszutauschen. Doch mit dem Zuwachs von Sozialen Netzwerken findet man "Hungergruppen" auch auf TikTok & Co. Trotz Sperre gelingt es Pro-Ana Befürwortern immer wieder dem Algorithmus zu umgehen und ihr problematisches Essverhalten weiterzuverbreiten. Wie sie das schaffen erfährst du hier!

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TikTok gab an bereits sechs Konten gesperrt zu haben dessen Inhalt ein heikles Thema in Hinsicht auf die Magersucht und Bulimie war. Trotz der Sperre schafften es Pro-Ana und Pro-Mia Anhänger auf andere Weise, ihren gesundheitsschädlichen Content auf der Videoplattform zu verbreiten. Dies gelang ihnen mit Hilfe von falschgeschriebenen Hashtags, die sie in der Beschreibung ihrer Videos hinzufügen.

Wie das mit den Hashtags auf TikTok funktioniert:

  • Im Unterschied zu anderen Netzwerken fungiert die For You Page (FYP) basierend auf seinen ehemals verwickelten Algorithmus. Die chinesische App setzt seit Neuestem darauf für ihre etwa 800 Millionen Nutzer transparenter zu sein.
  • Sobald ein Video hochgeladen wird, wird es einer kleinen Gruppe von Zuschauern gezeigt. Wenn diese sich damit beschäftigen, sei es nun in der Form von Likes oder Teilen, wird es einer größeren Gruppe präsentiert.
  • Falls das Video auch bei dieser Gruppe punktet wird es einer weiteren größeren Masse vorgestellt. Das geht immer so weiter, bis der Clip viral wird.

So ergibt sich leider, dass auch Videos mit schädlichen Inhalten an Unmengen von Nutzern gelangen, auch wenn diese sich selber nicht mit solchen Inhalten beschäftigen. Man sah bereits in der Vergangenheit, dass auch auf Plattformen wie Tumblr Pro-Anorexie und Pro-Bulimie-Inhalte kreuz und quer geteilt und gespeichert wurden. Auch da zirkulierten oft Hashtags wie #proana und #anorexia im Internet herum. Um die Millionen von Aufrufe zu minimalisieren wurden die User stattdessen auf eine Support-Seite weitergeleitet.

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Kann das Problem gelöst werden?

Dieselbe Taktik kann wohl schlecht zweimal eingesetzt werden, da viele Nutzer ihre Wörter absichtlich falsch schreiben, um Weiterleitungen und Sperren zu umgehen. Tom Quinn, Direktor von Beat, einer Wohltätigkeitsorganisation für Essstörungen, erzählte Insider: "Es ist wichtig, dass TikTok seine Sicherheitsmaßnahmen weiter aktualisiert, damit Nutzer nicht so leicht an schädliche Inhalte kommen oder diese selber posten. Des weiteren sollte auch die Identifizierung von Rechtschreibfehlern gängiger Hashtags verwendet werden, damit Vorschriften nicht umgangen werden." Wir sind gespannt, welche Änderungen große Plattformen wie TikTok in Zukunft vornehmen werden.

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