Ernährung

"What I eat in a day": Ernährung auf YouTube

Sie strahlen in die Kamera und erzählen motiviert von ihrem "Ernährungsplan": YouTuber zeigen neuerdings was sie den ganzen Tag über essen. Doch ist dieser Trend wirklich so harmlos wie er scheint?

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Youtuber zeigen ihren Fans nun, was sie den ganzen Tag essen.
jacoblund / iStock

YouTube ist eine Video-Plattform, die uns mit süßen Katzenclips oder Pannen-Videos unterhält. Immer wieder werden neue Challenges oder Trends auf dem Vlogger-Portal geboren: Einer der bekanntesten ist "What I eat in a day"-Videos zu erstellen, also ins Deutsche übersetzt "Was ich an einem Tag esse". Hier zeigen die YouTuber, wie ihre Ernährungsweise aussieht. Doch was zuerst wie ein harmloser Trend wirkt, könnte für viele Zuschauer ernste Konsequenzen haben.

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Vegan, Sporty oder doch Schoolday?

Dem Inhalt der Videos sind keine Grenzen gesetzt: Während viele Vlogger ihren herkömmlichen Nahrungskonsum im Alltag zeigen, filmen andere wiederum sehr spezifischen Content. So können Videos mit Ernährungsweisen für Veganer, Fitnessfans oder "arme" Studenten gefunden werden.

  • Familienvlogger stürzen sich ebenfalls auf den Trend mit lustigen Ideen, wie das Essverhalten ihres Kindes zu adaptieren und mit bunten Cornflakes in die Kamera zu grinsen.
  • Sogar Models werfen sich vor der Kamera in Schale und beschreiben ihren Ernährungsplan vor großen Modeshows oder was genau sie essen, um schön und schlank zu bleiben.
  • Doch auch die Kategorie "unhealthy" macht die Runde: So zeigen die YouTuber, wie ungesund sie den ganzen Tag essen (können).
  • Während die meisten Zuschauer die Ernährungsweisen bedenklich finden, stimmen andere Ihren Vorbildern zu. Kommentare wie "ich esse ab sofort wie du", "endlich ein realistisches Video" oder "so ungesund esse ich auch", zeigen wie unterschiedlich die Empfindungen der Follower sein können.
  • Der deutsche Vlogger Tanzverbot sorgte vor zwei Jahren für Aufsehen, als er ebenfalls ein Ernährungsvideo drehte. Darin erzählt er, dass er an einem Tag unter anderem mindestens eine volle Schüssel Cornflakes, zwei Packungen Pudding, zwei Tiefkühlpizzen und eine ganze Flasche Eistee konsumiert. Rechnet man alles zusammen, ergibt sich ein stolzer Wert von 3.100 Kalorien.
  • Zahlreiche schockierte Kommentare und Beleidigungen sammelten sich auf dem Kanal des Vloggers. Viele User empfanden das Video zuerst als Satire, anderen wurde jedoch schnell bewusst, dass der YouTuber sein Essverhalten ernst meint und wohl immer oder meistens so isst.

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Gefährlicher als gedacht

Wer seinem großen Vorbild näher sein will, passt auch seine Ernährung an. Viele Follower machen es den YouTube-Stars nach und ernähren sich wie ihre Idole.

  • Doch nicht nur unter den Zuschauern verbreitet sich diese Nachahmung, auch andere YouTube-Kollegen orientieren sich an den Essgewohnheiten der Nebenbuhler.
  • Mit Videos wie "ich esse heute wie.." machen sie die gezeigten Essgewohnheiten nach. Meist wird dabei besonders schnell klar wie absurd manche Ernährungsweisen sind und wie gefährlich sie sein können.
  • So können die "What I eat in a day"-Videos unter anderem Essstörungen oder sozialen Druck auslösen, welche sich besonders auf jüngere Zuschauer auswirken können.
  • Nicht vergessen: Jeder Mensch hat einen individuellen Bedarf an Nahrung, Vitaminen, Nährstoffen und vielem mehr. Eine bestimmte Essensweise von einem Idol oder Model zu übernehmen, ist für die Gesundheit oft schädlicher als gedacht.

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Als Online-Esser reich werden

In Südkorea wird das Essen vor der Kamera mit einer Unmenge von Geld und Followern belohnt. Ursprünglich startete der Trend auf dem führenden Streamingkanal in Südkorea namens Afreeca.TV.

  • Bei dem Trend Mukbang essen Menschen vor laufender Kamera mehrere Gerichte. Der berühmteste Star aus der Szene ist Inah Cho, das schlanke Mädchen isst via Live-Streaming enorm viel und lässt sich von ihren Anhängern dafür feiern.
  • Ihre Fans sind begeistert, in China oder Taiwan versuchen sich Tausende an einer Karriere als Online-Esser. Der traurige Hintergrund: Viele dieser Menschen fühlen sich einsam. Die Gewissheit mit einem virtuellen Partner chatten und essen zu können, fühlt sich fast so an wie ein reales Treffen.
  • Der wohl berühmteste Mukbang-Persönlichkeit auf YouTube ist Nikocado Avocado. Der ehemalige Veganer erntet reichlich Klicks mit Videos, die ihn beim Essen von ungesunden und meist fetttriefenden Gerichten zeigt.

Der nächste Trend, in Bezug auf Ernährung und Essgewohnheiten, lässt bestimmt nicht lange auf sich warten …

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