Haustiere

Studie: Wird Übergewicht bei Katzen ein steigendes Problem?

Laut einer neuen Studie werden Samtpfoten immer schwerer. Besonders Siam- und Perserkatzen legen im Laufe ihres Lebens an Gewicht zu.

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Katzen werden immer dicker, das haben Forscher herausgefunden.
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Haben Sie einen verschmusten Vierbeiner zuhause, den Sie nur mit dem besten Katzenfutter verwöhnen? Das ist zwar schön und gut, wäre da nicht das Problem, dass Katzen immer dicker werden! Eine neue Studie der University of Guelph erforschte, dass sämtliche Katzenrassen immer übergewichtiger werden. Laut den Wissenschaftern legen die Samtpfoten bis ins Erwachsenenalter vermehrt an Gewicht zu – demnach ist das Durchschnittsgewicht einer erwachsenen, kastrierten Katze in den letzten 20 Jahren deutlich angestiegen.

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Katzen sind 200 Gramm schwerer

Viele Tierhalter gehen davon aus, dass Schnurrli, Minki & Co ihr konstantes Gewicht nach dem Welpenalter halten werden. Die Erkenntnisse der Forscher zeigen jedoch, dass das Gewicht unserer Vierbeiner bis ins 8. Lebensjahr weiter steigt. Für die Studie analysierten die Wissenschafter über 54 Millionen Gewichtsmessungen von über 19 Millionen Katzen. So konnten die Forscher die bisherigen Gewichtsschwankungen der Stubentiger verfolgen, um die Lebenszeit und Gesundheit der Katzen besser zu untersuchen.

Die Wissenschafter kamen zu folgenden Ergebnissen: 

  • Im Vergleich zu weiblichen Katzen, nahmen Kater wesentlich mehr Gewicht zu. Kastrierte Kater und Katzen neigten eher dazu zuzunehmen, als Tiere, deren Fruchtbarkeit nicht genommen wurde.
  • Reinrassige Tiere wie Siam-, Perser-, Colourpoint (Himalaya)- und Maine-Coon-Katzen brachten zwischen ihrem 6. und 10. Lebensjahr das schwerste Gewicht auf die Waage.
  • Alle anderen Katzenrassen scheinen erst ab dem 8. Lebensjahr zu dick zu werden. Die Studienergebnisse zeigen, dass das Durchschnittsgewicht einer achtjährigen kastrierten Hauskatze zwischen 1995 und 2005, um etwas 227 Gramm (halbes Pfund) gestiegen ist. Bis 2015 blieb es jedoch konstant.

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Verwöhnen wir unsere Katzen zu sehr?

"Es mag nicht viel erscheinen, aber ein halbes Pfund ist immer noch eine bedeutende Menge für eine Katze", erzählt Hauptautor Adam Campigotto. "Wir haben Bedenken wegen Fettleibigkeit im mittleren Lebensalter, weil wir wissen, dass dies zu Krankheiten wie Diabetes, Herzerkrankungen, Arthrose und Krebs bei Katzen führen kann."

Der Grund für die "evolutionäre Gewichtszunahme" könnte in der Tierhaltung und Bequemlichkeit der heutigen Katzen liegen. Da das Jagen für die Tiere überflüssig ist und die nächste Futterquelle immer erreichbar ist, sind die Samtpfoten nicht mehr verpflichtet sich übermäßig zu bewegen. Dies könnte vor allem auf Haus- und Wohnungskatzen ohne Freigang zutreffen.

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Katzen gehen selten zum Tierarzt

Das Team stellte fest, dass bei 52 Prozent der Katzen in der Studiengruppe nur einmal das Gewicht gemessen wurde. Dies könnte darauf hindeuten, dass ihre Besitzer die Tiere nicht regelmäßig zum Tierarzt brachten oder die Tierklinik wechselten.

  • Im Gegensatz zu Hunden werden Katzen nicht so häufig zum Tierarzt gebracht: Wer also das Gewicht seiner Samtpfoten beim Arzt oder zuhause regelmäßig kontrolliert, trägt zu einem gesunden und langen Leben seines Tiers bei.
  • Die Forscher möchten nun Möglichkeiten zur Reduzierung von Katzenfettleibigkeit untersuchen. Dabei soll vor allem die Verwendung von automatisierten Fütterungsanlagen mit eingebauten Waagen getestet werden.

Durch die Studienergebnisse hoffen die Wissenschafter auf mehr Aufmerksamkeit für Übergewicht und Fettleibigkeit bei Katzen und die Entwicklung geeigneter Behandlungen.

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