Fermentationsgetränk aus Asien: Manju als Anti-Aging Geheimnis?

„Insel der Hundertjährigen“

Auf der „Insel der Hundertjährigen“, Okinawa, erreichen die Einwohner ein durchschnittliches Lebensalter von 84 Jahren und erkranken seltener an chronischen Krankheiten wie Krebs, Herzkrankheiten und Demenz. Doch was steckt hinter diesem Geheimnis? Die Bewohner der „Blue Zone“ Okinawa profitieren nicht nur von den Vorteilen des Lebens auf einer pazifischen Insel, sondern auch von einer besonders gesunden Ernährung. Die japanische Küche wird oft als eine der gesündesten der Welt angesehen, wobei fermentierte Lebensmittel eine zentrale Rolle spielen. Diese Nahrungsmittel sind reich an Probiotika, Millionen nützlicher Bakterien und Enzyme, die die Verdauung fördern und die Darmgesundheit verbessern. Darüber hinaus haben sie laut der Studie des European Journal Epidemiol positive Effekte auf Blutdruck und Cholesterinspiegel. Einige japanische Experten sind auch der Meinung, dass bestimmte fermentierte Zutaten Müdigkeit, Angstzustände und Depressionen lindern können. In Okinawa ist ein fermentierter Kurkuma-Tee weit verbreitet, der angeblich ein Schlüssel zur bemerkenswerten Langlebigkeit der Bevölkerung ist.

Mehr dazu: Longevity-Diät: Das Geheimnis der Blue Zones für ein längeres Leben

Manju Fermentationsgetränk

Ulrike Hader, die Gründerin des oberösterreichischen Biotech-Unternehmens Multikraft, erkannte das Potenzial des okinawischen Fermentationsgetränks auf einer Reise durch Japan. Heute importiert Multikraft das Fermentationsgetränk Manju, was auf Japanisch „Melone des zehntausendjährigen Lebens“ bedeutet, auch nach Europa. Manju besteht aus natürlichen Zutaten wie Wasser, Papaya, Naturreis, Reiskleie und Seetang. Es soll das Gleichgewicht der Darmflora unterstützen und das Immunsystem stärken. Das Getränk kann sowohl kalt als auch warm in einer Menge von 10 bis 50 ml pro Tag getrunken werden. Das Produkt ist auch in Form von Schokolade, als fermentiertes Kurkuma sowie auch als kleine Säckchen für unterwegs bei Multikraft erhältlich.

Manju für unterwegs von MULTIKRAFT

Warum sind fermentierte Lebensmittel gesund?

Doch was macht Manju so gesund? Der natürliche Fermentationsprozess verbessert zunächst die Nährstoffzusammensetzung und erzeugt gesundheitsfördernde Mikroorganismen. Während der Fermentation wandeln Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen und Schimmelpilze Kohlenhydrate und Zucker in Säuren oder Alkohole um. Dieser Prozess erhöht den Nährwert der Lebensmittel, indem er die Verfügbarkeit von Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien steigert und eine gesunde Darmflora fördert. Die dabei entstehenden probiotischen Bakterien unterstützen die Verdauung, stärken das Immunsystem und reduzieren Entzündungen im Körper. Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi, Joghurt, Kefir und Kombucha sind daher in vielen Kulturen für ihre gesundheitlichen Vorteile geschätzt und werden oft in eine ausgewogene Ernährung integriert.

Mehr dazu: Genuss für den Bauch: Fermentierte Lebensmittel als Medizin

Probiotika und die Verdauungsgesundheit

Bei dem Wort „Bakterien“ assoziiert man zunächst etwas negatives, doch viele davon sind für unseren Organismus sehr wichtig – insbesondere für unsere Darmgesundheit. Der menschliche Darm beherbergt Billionen von Bakterien, bekannt als das „Darmmikrobiom“. Obwohl das ideale Darmmikrobiom noch nicht genau definiert ist, sind Wissenschaftler sich einig, dass das Gleichgewicht dieser Mikroben entscheidend für unsere Gesundheit ist.

Mehr dazu: Netflix-Doku zeigt: So wichtig ist der Darm für unser Wohlbefinden

Die während der Fermentation produzierten Probiotika können das Gleichgewicht der nützlichen Bakterien im Darm wiederherstellen und einige Verdauungsprobleme lindern. Es gibt Hinweise darauf, dass Probiotika die unangenehmen Symptome des Reizdarmsyndroms, einer häufigen Verdauungsstörung, reduzieren können. Eine sechswöchige Studie mit 274 Erwachsenen mit Reizdarm zeigte, dass der tägliche Verzehr von 125 Gramm joghurtähnlicher fermentierter Milch die Symptome des Reizdarmsyndroms verbesserte. Zudem können fermentierte Lebensmittel und Getränke die Schwere von Durchfall, Blähungen, Gas und Verstopfung verringern. Daher kann die Aufnahme fermentierter Lebensmittel in die Ernährung hilfreich sein, wenn man regelmäßig unter Magen-Darm-Problemen leidet.

Mehr dazu: Expertin erklärt: Wie geht man mit der Diagnose Reizdarm um?

Stärkt das Immunsystem

Die im Darm lebenden Bakterien haben einen erheblichen Einfluss auf unser Immunsystem. Dank ihres hohen Probiotikagehalts können fermentierte Getränke und Lebensmittel das Immunsystem stärken und das Risiko von Infektionen wie Erkältungen verringern. Der Verzehr von Probiotika kann auch dazu beitragen, dass man sich schneller erholt, wenn man krank ist. Zudem sind viele fermentierte Lebensmittel reich an Vitamin C, Eisen und Zink – allesamt bewährte Verstärker des Immunsystems.

Probiotika richtig konsumieren

Man sollte nicht vergessen, dass Probiotika lebende Mikroorganismen sind und daher vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum verzehrt werden sollten. Außerdem enthalten nicht alle fermentierten Produkte lebende und aktive Kulturen, da bestimmte Verarbeitungsprozesse diese Mikroorganismen abtöten oder entfernen können. Deshalb ist es am besten, wenig verarbeitete fermentierte Getränke und Lebensmittel zu kaufen. Auch die Menge an Probiotika in einem Produkt ist wichtig, da mehr nicht immer besser ist und die Dosierung je nach probiotischem Stamm unterschiedlich sein kann. Der Konsum von zu hoch dosierten Probiotika kann Nebenwirkungen wie leichte Krämpfe, Übelkeit, weichen Stuhl, Blähungen und Geschmacksstörungen verursachen. Bei unerwünschten Nebenwirkungen solltest du dich an deinen Arzt wenden.

Buchtipp der Redaktion: „Das Geheimnis der Insel der Hundertjährigen“

Vorgeschlagene Artikel